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Lodi (I)

Die Beziehungen zwischen der ehemaligen Bischofsstadt und freien Reichsstadt Konstanz und der alten Bischofsstadt Lodi reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. Als Kaiser Friedrich Barbarossa im März 1152 einen Reichstag in Konstanz abhielt, kamen zwei als Pilger verkleidete Kaufleute aus Lodi zu ihm und baten ihn um Hilfe gegen die lombardische Metropole Mailand, die ihre Stadt bedrängte. Barbarossa gewährte ihnen diese Hilfe, aber die Mailänder ließen sich vom kaiserlichen Machtgehabe nicht beeindrucken und zerstörten 1158 ihre kleinere Nachbarstadt völlig. Daraufhin legte Friedrich Barbarossa den Grundstein für eine neue Stadt Lodi.


Das Land der Farben

Mit ca. 45 000 EinwohnerInnen und einer eigenen Universitätsfakultät ist Lodi heute das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum eines stark landwirtschaftlich geprägten Gebietes, das von den Flussläufen der Adda, des Lambro und des Po eingerahmt wird. „Il Lodigiano“ wird diese Region genannt, und auch: „il Paese dei Colori”, das Land der Farben - wegen der roten Backsteinkirchen, der grünen Alleen und der zahllosen blauen Kanäle, die diese Erde so fruchtbar machen.

So ist der Wochenend-Tourismus in diese Stadt und die Region mit ihren Feldern und Wäldern, ihren Wochenmärkten und ihren landwirtschaftlichen Produkten ein lohnendes Ziel.

Mit dem Frieden von Konstanz 1183 wurden dann die Feindseligkeiten zwischen dem Kaiser und den lombardischen Städten endgültig beigelegt. Auf der Friedensurkunde, die man in Bronze gegossen am Konstanzer Kaiserbrunnen auf der Marktstätte bewundern kann, steht „Lauda“, Lodi, nun gleichberechtigt neben den anderen Orten der „Lega Lombarda“.


Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kreuzten sich erneut die historischen Geschicke von Konstanz und Lodi, denn das Konstanzer Konzil (1414 – 1418) wurde praktisch in Lodi vorbereitet: Dort traf sich Kaiser Sigismund mit dem Gegenpapst Johannes XXIII, von dort wurde die Bulle losgeschickt, die das Konzil einberief. Der Bischof von Lodi, Giacomo Arrigoni, hielt die Eröffnungsrede des Konzils, und er fungierte auch als einer der Hauptankläger der böhmischen Reformatoren Jan Hus und Hieronymus von Prag, die in Konstanz zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurden. So gibt es auch einen tragischen historischen Bezug zwischen Lodi und unserer tschechischen Partnerstadt Tabor, der Stadt der Hussiten.

 

Bereits 10 Jahre vor der Kommunalen Entscheidung der Städtepartnerschaft zwischen Lodi und Konstanz hatten sich die Lions-Club´s von Lodi und Konstanz zusammengetan und schlugen eine kulturellen und gesellschaftliche Freundschaft zwischen beiden Städten vor (zur Historie vgl. beigefügter PDF-Anhang).


Geistliches Zentrum ist die älteste romanische Kirche der Stadt, die Domkirche, die würdevoll im Stadtzentrum von Lodi steht. Überhaupt bildet die sehenswerte historische Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Atmosphäre um die „Piazza della Vittoria“ und den „Piazza Broletto“ einen der schönsten Stadtmittelpunkte der gesamten Lombardei. Eingeschlossen von charakteristischen Bogengängen erhebt sich hier die romanische Basilika, die Domkirche der Bischöfe von Lodi und - ein Glanzstück der Renaissance - die Kirche Incoranata. Kirchen, Patrizierpaläste und einstige Klöster sind noch heute Zeugen einer glanzvollen Vergangenheit.
Die Bürgerinnen und Bürger von Lodi sind stolz auf die Vergangenheit. Auch politisch führte dies zum Erfolg. Auf Beschluss des Parlaments von Rom wurde Lodi 1993 eigene Provinz mit dem Autokennzeichen „LO“ für Lodi und somit politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Gebietes Lodigiano, welches 60 Gemeinden mit ca. 200 000 EinwohnernInnen umfasst.


Palio-Teilnehmer aus Konstanz© Stadt Konstanz

Dem gemeinsamen Ziel, den Austausch durch neue Aktivitäten zu vertiefen, sind beide Städte in den vergangenen Jahren große Schritte näher gekommen. So war Lodi in der jüngsten Vergangenheit mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten und kulinarischen Beiträgen in Konstanz präsent. Seit einigen Jahren nehmen Konstanzer Vereine regelmäßig am „Palio de Rioni della cita di Lodi“ (Wettkampf der Stadtbezirke Lodis) teil, zu dem der traditionelle " La Cursa dei Cavai" (Lauf der Eisenpferde) und der "concorso di barche allegoriche" (Bootswettbewerb) gehören.


Wirtschaftliche Kontakte zwischen Unternehmen und Kammern beider Städte wurden initiiert.  Im Jahr 2010 wurde eine Fähre der Stadtwerke Konstanz auf den Namen "Lodi" getauft.

 


© Stadtwerke Konstanz

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