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Pancevo

Konstanz leistet humanitäre Hilfe im ehemaligen Jugoslawien.


Pancevo hat 120.000 Einwohner und liegt 15 Kilometer von Belgrad entfernt. Über viele Jahre hinweg war die Stadt ein Zentrum für die erdölverarbeitende Industrie. Während des Kosovo-Krieges wurden Raffinerien und petrochemische Anlagen völlig zerstört. Die Bevölkerung war als Folge dieser Zerstörungen mit gravierenden Versorgungs- und Umweltproblemen konfrontiert. Finanzielle Mittel für notwendige soziale Projekte standen nur noch in geringem Maße zur Verfügung. An dieser Situation hat sich auch bis heute nichts wesentliches geändert

Die Bundesregierung und der Deutsche Städtetag haben die Kommunen im Jahr 1999, also noch unter der Ära des Milosevic-Regimes, darum gebeten, sie bei den Bemühungen für die Hilfe serbischer Städte und der damit verbundenen Stärkung des demokratischen Wandels in Serbien zu unterstützen. Der Gemeinderat hat darauf hin Mittel als Projekthilfe bewilligt, welche es durch ergänzende finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amtes ermöglichten, zahlreiche Maßnahmen umzusetzen.

Zu den ersten Projekten gehörte der Wiederaufbau der zerstörten Werkstatt eines Behindertenheimes. Das Werkstattgebäude besaß für das Heim eine zentrale Bedeutung: Neben seiner therapeutischen Funktion diente es auch als Werkstattbetrieb für die Einrichtung selbst und als Einrichtung, in der Produkte für den Verkauf gefertigt werden konnten. Der Wiederaufbau des Gebäudes stellte damit auch eine wichtige „Hilfe zur Selbsthilfe" dar. Weitere Projekte bildeten Sommercamps für Jugendliche, die Lieferung von Nutzfahrzeugen aus dem Bestand städtischer Betriebe und eine Ausstellung mit Künstlern aus Pancevo im Kulturzentrum am Münster. Ein besonderer Erfolg konnte bei einer Vorschuleinrichtung für entwicklungsgestörte Kinder verzeichnet werden. Hier bildete die Hilfe aus Konstanz die Basis für die Aufnahme des Projekts in ein US-Hilfsprogramm, welches der Vorschuleinrichtung ihr langfristiges Überleben sichert.

Für den Start und die Durchführung des Hilfsprogrammes für Pancevo sind die Kontakte der Friedensinitiative Konstanz nach Serbien für die Stadt eine wichtige Hilfe geworden. Die Friedensinitiative hatte 1998 in Konstanz die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht" durchgeführt und die Überschüsse aus den Eintrittsgeldern für ein Projekt in der serbischen Stadt gestiftet. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Pancevo als „Sühnemaßnahmen" für zwei erschossene SS-Offiziere wahllos Einwohner zusammengetrieben und von einem Exekutionskommando ermordet.

In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der Friedeninitiative versucht die Stadt, auch weiterhin Projekte in Pancevo durchzuführen. Die Hilfe ist gedacht als Brückenschlag in ein Land, das vor nicht allzu langer Zeit noch im Mittelpunkt der Medien stand, heute jedoch wieder beinahe in Vergessenheit geraten ist.

 


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