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Geschichte

Die Ursprünge des Stiftungswesens in Konstanz

Rund 16.000 Menschen aus Konstanz und der Region suchen jährlich das Klinikum auf und genießen dort eine vorbildliche medizinische Versorgung. All diese kommen in den Genuss einer Stiftung, deren Grundstein vor über 775 Jahren gelegt wurde. Zwei Bürger, Ulrich Blarer und Heinrich von Bitzenhofen, vermachten damals dem Rat der Stadt ein Grundstück auf der Marktstätte, das in den kommenden Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten die Basis für die Spitalstiftung bildete. Die Spitalstiftung ist ohne Zweifel die bekannteste und wirkungsmächstigste Stiftung in der Stadt. Sie hat auch in den Jahrhunderten nach ihrer Gründung immer wieder Gönner gefunden, die zur Mehrung des Kapitals beitrugen, das letztlich die Basis für den heutigen Bestand bildet: das Klinikum, Alten- und Altenpflegeheime, Grundstücke, Forstbesitz und nicht zuletzt natürlich auch die Spitalkellerei mit den Weinbergen in Konstanz und Meersburg.


Die Wessenberg-Stiftung

Aber die Spitalstiftung ist keineswegs die einzige Einrichtung geblieben, die auf bürgerschaftliches Wohlwollen zurückzuführen ist. Im Jahre 1858, zwei Jahre vor seinem Tod, hinterließ Ignaz Freiherr von Wessenberg ein Testament, das die Stadt in den Besitz des Wessenberghauses und überaus wertvoller Kulturgüter brachte: die Wessenberg-Bibliothek und die Wessenberg-Gemäldegalerie. 26.000 Bände umfasste Wessenbergs Bibliothek, die heute auf rund 60.000 Bücher angewachsen ist, darunter befinden sich überaus wertvolle Inkunabeln, die wesentlicher Bestand des Bücherschatzes sind, der auf rund 5 Millionen Euro geschätzt wird. Noch wertvoller dürfte die Kunstsammlung sein, die er der Stadt hinterlassen hat: 440 Kupferstiche und Graphiken, ergänzt durch 44 Gemälde, die er dem Großherzog von Baden vermachte, der jedoch verfügte, dass diese als sogenannte „Zähringerstiftung" als Dauerleihgabe im Besitz der Stadt verbleiben sollte. Darüber hinaus, und das ist weniger bekannt, hat Freiherr von Wessenberg mit seinem Barvermögen den Grundstein für die „Wessenbergsche Vermächtnissstiftung" gelegt. Damals wurde damit ein Heim für sogenannte „schwer erziehbare Mädchen" finanziert, heute ist in den Räumen eine vorbildliche Kindertagesstätte untergebracht.

 

Das Vermächtnis des Bankiers Wilhelm Brandes

Nach Wessenbergs Tod bildete sich eine Vereinigung, die Wessenberg-Denkmalstiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, weiterhin Kunst im Sinne des verstorbenen Freiherrn für die Stadt zu sammeln. Bis zu ihrer Auflösung um 1900 trug die Wessenberg-Denkmalstiftung rund 150 Gemälde und Grafiken zusammen. Aber auch danach tat sich bald darauf im Bereich der Bildenden Kunst wesentliches durch das Vermächtnis des Bankiers Wilhelm Brandes. Nach seinem Tod im Jahre 1907 hinterließ er der Stadt eine Kunstsammlung von enormem Wert, die nicht nur durch ihre Fülle beeindruckt, sondern auch durch die Qualität: Im Laufe seiner Sammlertätigkeit erwarb er etwa 450 Werke, von deutschen, niederländischen, italienischen und französischen Künstlern, vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, und darunter sind Namen wie Rembrandt, Jan Brueghel, Rubens, Tiepolo oder Dürer, um nur einige zu nennen. Für die Stadt war diese Sammlung ein großer Gewinn. Die städtische Wessenberg-Gemäldesammlung konnte durch die Schenkung von Wilhelm Brandes ergänzt werden, und bis heute stellt die Brandes-Sammlung einen wichtigen Teil des Bestandes dar.


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