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Gegenwart


Stiftungen und Vermächtnisse heute

Stiftungen und Vermächtnisse haben in Konstanz eine große, jahrhundertelange Tradition. Einrichtungen, die mittlerweile zum Kernbestand der kulturellen und sozialen städtischen Infrastruktur gezählt werden, gehen auf sie zurück. Aber Stiftungen und Vermächtnisse sind keineswegs nur eine Sache vergangener Jahrhunderte. Immer wieder haben Konstanzer Bürger Teile ihres Vermögens der Stadt übergeben, damit diese sie in ihrem Sinne verwenden kann, meistens für kulturelle oder soziale Zwecke.

Rund 1,1 Millionen € sind es gegenwärtig, die die Kämmerei verwaltet. Stiftungen und Vermächtnisse zielen heute überwiegend in eine Richtung: die soziale Seite. „Die Hinterlassenschaft ist denen gewidmet, die auf der Schattenseite des Lebens wandeln, von Angehörigen, Verwandten, Mitmenschen und Umwelt schlecht behandelt wurden, sodass sie krank, schwächlich, verkrüppelt, gesundheitlich oder geistig behindert sind. Unglücklichen, in erster Linie Frauen und Mädchen" lautet beispielsweise die Zweckbestimmung im Testament von Katharina Brotschi, die der Stadt 43.000 € vermacht hat. Lina Fiedelmeier bestimmte über den Betrag von 95.500 €, den sie der Stadt hinterlassen hat, dass die Zinsen bedürftigen älteren Personen über 70 Jahren zu Gute kommen sollen, möglichst zur Weihnachtszeit: sie sollen Gutscheine für warme Wäsche, Lebensmittel und andere Dinge erhalten, wobei die Gutscheine aber nicht auf die Sozialhilfe angerechnet werden dürfen - die Gutscheine sollen nicht als subsidiäre Leistungen bewertet werden, sondern tatsächliche Sonderleistungen ermöglichen.


Zinserträge kommen Bedürftigen zu Gute

Alle Erbschaften und Vermächtnisse werden von der Kämmerei in Wertpapieren angelegt und die Zinserträge daraus dem städtischen Sozial- und Jugendamt zur Verfügung gestellt. Fast ausschließlich werden die Mittel für Anschaffungen zur Weihnachtszeit verwendet, als eine Möglichkeit, einem bedürftigen Personenkreis wie z.B. Alleinerziehenden und kinderreichen Familien oder auch Personen mit besonderen Belastungen über das Alltägliche hinaus etwas Besonderes zukommen lassen zu können. Im Jahr 2007 konnten immerhin rund 46.900 Euro zur Verfügung gestellt werden. 67 Personen erhielten durchschnittlich jeweils etwa 140 Euro, ein geringer Betrag, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Doch in Gesellschaften wie der unseren, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, gewinnen selbst geringe Beträge für viele erhebliche Bedeutung. Wer überhaupt keine finanziellen Spielräume hat, so zeigen einzelne Reaktionen, für den ist auch eine kleine unverhoffte Spende schon sehr viel.

 

"Karl-Leo-Nägele-Preis" für gute Leistungen

In eine ganz andere Richtung weist eine Stiftung, die dem ehemaligen Präsidenten der Handwerkskammer Konstanz Karl Leo Nägele zu verdanken ist. Seine Erbschaft an die Stadt in Höhe von 73.000 Euro kommt Auszubildenden bei der Stadtverwaltung und den städtischen Eigenbetrieben zu Gute. Fahrt- und Unterbringungskosten werden aus den Zinsen erstattet, vor allem aber wird seit einigen Jahren der "Karl-Leo-Nägele-Preis" für gute Leistungen vergeben: Auszubildende mit überdurchschnittlichen Leistungen können mit einem Geldpreis von 250 bis 750 € ausgezeichnet werden. In den vergangenen Jahren erhielten Auszubildende aus den verschiedensten Sparten diese Auszeichnung: die angehende Schneiderin im Stadttheater, der Schwimmmeistergehilfe, der Grünpfleger, die Verwaltungsangestellte, um nur einige Sparten zu nennen.

 

Hilfe für krebskranke Kinder

Die größte Stiftung, die der Stadt in den vergangenen Jahren zugedacht wurde, besteht im Vermächtnis der 1998 Verstorbenen Konstanzer Bürgerin Elfriede Wöckener. Auf rund 647.000 Euro beläuft sich das Vermögen, das den Schwächsten der Schwachen helfen soll: Kinder, die an Krebs erkrankt sind. Gerade diese vorbildliche Stiftung zeigt, welche Hoffnungsschimmer von einer guten Tat auch über die eigene Endlichkeit hinaus ausgehen können.
Es werden jedoch nicht nur soziale Zwecke für gestiftete Gelder gewählt.

 

Verschönerung des Stadtbilds

So hat Frau Hedwig Wiggenhauser im Jahr 2003 den stattlichen Betrag von 117.000 Euro für die Verschönerung des Stadtgartens gestiftet. Mit dem Geld wurde die Beleuchtung im Stadtgarten erneuert sowie die Konzertmuschel saniert.


Im Jahr 2006 hat die Stadt Konstanz aus dem Nachlass von Fritz Otto Weber ein Vermächtnis erhalten. Herr Weber hat hierin 10.000 Euro  an die Stadt Konstanz vermacht und den Wunsch geäußert, dass mit dem Geld Ahorn- und Gingkobäume, Liquid Amber Bäume und Felsenbirnensträucher gepflanzt werden. Die Bäume wurden im Jahr 2007 bei der Buchenbergschule sowie im Herosépark gepflanzt.

 

Folgende Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten Jahrzenten der Stadt Erbschaften und Vermächtnisse hinterlassen:

Dr. Dreher-Banger1963  75.500 €
Marie Schulz-Waldraff197311.100 €
Lina Fiedelmeier 1974 95.500 €
Katharina Brotschi1975 42.750 €
Harry Walter Bermel198024.200 €
Klara Müller (Schenkung) 198211.000 €
Hans Gressmann 1987 28.500 €
Pauline Riedle 1987 84.000 €
Karl Leo Nägele199173.200 €
Elfriede Wöckener2000 647.000 €
Hedwig Wiggenhauser2004116.783 €
Fritz Otto Weber2006   10.225 €
  1.219.758 €

 


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