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Neues Ärzteverzeichnis hilft Sprachbarrieren zu überwinden

Die Integrationsbeauftragte hat in Kooperation mit dem Welcome Center der Universität Konstanz und dem Kreisverband Landkreis Konstanz des Deutschen Roten Kreuzes ein Verzeichnis von Ärztinnen und Ärzten mit Fremdsprachenkenntnissen entwickelt. Die knapp 70seitige Broschüre soll Menschen mit Migrationshintergrund helfen, Sprachbarrieren zu umgehen.


Es ist ein Dilemma, das jeder kennt: wie ist der Kopfschmerz nun genau? Stechend, drückend, ziehend oder doch pochend? Je genauer die Beschreibung, desto einfacher und sicherer ist für den Arzt die Diagnose. Aber: ob der Kopf nun sticht, drückt, zieht oder pocht - dem Patienten fällt das genaue Benennen seiner akuten Schmerzen in den meisten Fällen doch schwer. Besonders schwierig gestaltet sich die Situation dann, wenn zu den Schmerzen noch sprachliche Barrieren hinzukommen. Den Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, ist es oft fast unmöglich, in einem solchen Beratungsgespräch die richtigen Worte zu finden. Dabei ist es genau in medizinischen Gesprächen besonders wichtig, korrekt verstanden zu werden. Deshalb hat eine Kooperation des Welcome Centers der Universität Konstanz, der Integrationsbeauftragten der Stadt Konstanz und dem Kreisverband Landkreis Konstanz des Deutschen Roten Kreuzes ein Verzeichnis von Ärztinnen und Ärzten mit Fremdsprachenkenntnissen entwickelt.

 

Am dritten September wurde die erste Ausgabe der Broschüre veröffentlicht. Die Auflage von 3000 Heften soll von nun an in allen Beratungsstellen für Menschen mit Migrationshintergrund, bei allen beteiligten Praxen und zusammen mit dem Neubürgerpaket im Bürgerbüro erhältlich sein. Das Welcome Center verteilt die Broschüre zudem an internationale Forscherinnen und Forscher der Universität Konstanz. So erreicht die Broschüre Menschen, die mit Migrationshintergrund in Konstanz leben sowie internationale Gäste der Stadt und informiert diese, bei welchen Ärztinnen und Ärzten in Konstanz  in ihrer Muttersprache oder einer anderen Fremdsprache kommunizieren können. Projektmitarbeiterin Natascha Garvin konnte im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Migrationsberatung des DRK bereits erste Erfahrungen in der Anwendung des Verzeichnisses sammeln: „In den Beratungsgesprächen kommen immer wieder Anfragen nach fremdsprachigen Ärzten und Psychologen. Es ist eine große Erleichterung, diese Anfragen nun schnell und unkompliziert beantworten zu können. Das Verzeichnis ist auch deshalb eine große Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, weil nicht nur die Sprachen aufgeführt sind, sondern auch Spezialisierungen und Informationen über Kassenzulassungen."

Nach einer Einleitung in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Kroatisch und Türkisch übermittelt vor allem eine Symbolsprache aus Icons für verschiedene medizinische Bereiche und Abbildungen von Länderfahnen Informationen.

 

Bei der Durchsicht der Broschüre kommt die sprachliche Vielfalt der medizinischen Einrichtungen in Konstanz zum Vorschein: In 170 von insgesamt 205 Arztpraxen  werden  23 Sprachen von Chinesisch über Suaheli bis Ungarisch von den Ärzten und ihren Mitarbeitern gesprochen. Auch 14 Beratungsstellen verschiedenster medizinischer Disziplinen, zwei Pflegedienste und ein Labor sind verzeichnet. Überwiegend vertreten ist Englisch, das bis auf einige Ausnahmen in fast jeder Praxis verstanden und gesprochen wird.  Die beiden nächst größeren Sprachgruppen sind Französisch und Italienisch. Daran wird deutlich, welche sprachlichen Ressourcen im Gesundheitswesen in der Stadt Konstanz vorhanden sind, die bisher noch nicht bekannt waren.

 

In verschiedenen Städten gab es bereits vorher ähnliche Broschüren. Entstanden ist das Konstanzer Projekt, das schon lange als Idee auf dem Schreibtisch der Integrationsbeauftragten Elke Cybulla lag, durch den Anstoß des Welcome Centers, das eine Internetdatenbank mit Adressen fremdsprachiger Arztpraxen plante. Der DRK-Kreisverband hatte ebenfalls im Rahmen des Projekts GEMO (Gesundheitsförderung und HIV/Aids-Prävention für Menschen aus Osteuropa) die Erstellung eines solchen Verzeichnisses vorgesehen und dafür die Kooperation mit der Integrationsbeauftragten gesucht. So entstand ein Gemeinschaftsprojekt, bei der alle drei beteiligten Institutionen ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen konnten. Dank der guten Zusammenarbeit konnten auch Hürden überwunden werden, wie z.B. die Schwierigkeit, dass es beispielsweise in Italien keine Hals-Nasen-Ohrenärzte und somit auch keine direkte Übersetzung für diese deutsche Ärztegattung gibt.

 

In Zukunft soll das Verzeichnis alle zwei Jahre aktualisiert und neu verteilt werden.

Kontaktpersonen für Nachfragen:


Elke Cybulla, Integrationsbeauftragte der Stadt Konstanz, Untere Laube 24, 78462 Konstanz, Tel.:07531/ 900-456, CybullaE@stadt.konstanz.de

 

Natascha Garvin, DRK Kreisverband Landkreis Konstanz e.V., Projekt GEMO, Steinstraße 20, 78467 Konstanz, Tel.: 07531/ 53511, gemo@drkkn.de

 

Verena Bremer, Welcome Center Universität Konstanz, 78457 Konstanz,
Tel.: 07531 - 885029, verena.bremer@uni-konstanz.de

 



Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2009

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