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Vielfältige Maßnahmen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Konstanz

Die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Kita-Bedarfsplanung sowie die Vermittlung und Qualifizierung von Tagespflegepersonen sind nur zwei von mehreren Maßnahmen der Stadt Konstanz, um die Kinderbetreuung weiter auszubauen.


Die Einweihung der städtischen Kindertagesstätte Weiherhof im Mai. Hier entstanden 80 zusätzliche Betreuungsplätze.
Die Einweihung der städtischen Kindertagesstätte Weiherhof im Mai. Hier entstanden 80 zusätzliche Betreuungsplätze.© Stei/ Stadt Konstanz

Der Kita-Ausbau in Konstanz schreitet stetig voran. So wurde jüngst der Umbau der Kinderkrippe Weiherhof Ende September 2016 fertiggestellt. Hier hat die Stadt Konstanz insgesamt 2,65 Millionen Euro investiert. 80 zusätzliche Betreuungsplätze sind dadurch entstanden. Während für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt genügend Plätze zur Verfügung stehen, sind es für den Kleinkindbereich im Alter unter drei Jahren nach wie vor zu wenige Betreuungsplätze.

 

Arbeitsgemeinschaft Kita-Bedarfsplanung gegründet

Um die Situation zu verbessern, hat das Sozial- und Jugendamt im Dezember 2016 die „Arbeitsgemeinschaft Kita-Bedarfsplanung" gegründet. Sie setzt sich aus Kita-Leitungen verschiedener Einrichtungen, Vertretern unterschiedlicher Träger (evangelisch, katholisch, freie, nichtkonfessionelle und betriebliche), einer Vertreterin der städtischen Kitas, der Wirtschaftsförderung sowie dem Flüchtlingsbeauftragten zusammen. Die AG hat sich zum Ziel gesetzt, konkrete Handlungsempfehlungen und Vorschläge zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung in Konstanz zu erarbeiten. Dabei möchte die AG möglichst viele verschiedene Perspektiven, Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen. In einem ersten Schritt prüften die AG-Mitglieder sämtliche Einrichtungen aus ihrem Bereich auf Erweiterungs- oder Umwandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und dem Hochbauamt sowie am 5. Juli 2017 im Sozial- und Jugendhilfeausschuss vorgestellt. So wurde beispielsweise darüber nachgedacht, ob in der Kita St. Gebhard durch Aufstockung des Daches Platz für eine weitere Krippengruppe geschaffen werden könnte. Die Begehung durch das Hochbauamt zeigte jedoch, dass keine kurzfristigen baulichen Veränderungen am Gebäude möglich sind. Es empfiehlt dagegen einen Planungsprozess zu initiieren, um die Möglichkeiten einer umfassenden Sanierung oder den Abriss mit Neubau zu untersuchen.

Über die Finanzierung zwei anstehender Projekte wurde ebenfalls im Jugendhilfeausschuss beraten. Der Förderverein zur Kindertagesbetreuung an der Universität Konstanz „Knirps und Co" möchte seine Großtagespflegestelle mit Beginn des kommenden Kindergartenjahres in eine reguläre Krippengruppe mit Ganztagesbetreuung umwandeln. Eltern hatten sich eine flexiblere Betreuung für ihre Kinder gewünscht, was sich durch die weitere Krippengruppe umsetzen lässt. Auch die Spitalstiftung und das Klinikum Konstanz möchten in Kooperation mit der von Wessenbergschen Vermächtnisstiftung ab September 2017 eine zusätzliche Krippengruppe im Sozialzentrum Wessenberg einrichten. Diese soll künftig als Betriebs-Kita zur Verfügung stehen, um dort auch die Personalgewinnung zu erleichtern.

 

Tagespflege - die zweite Säule der Kindertagesbetreuung

Neben den Kitas bilden Tagespflegepersonen die zweite wichtige Säule der Kindertagesbetreuung. Auch vor dem Gesetz ist sie als Betreuungs-Form gleichwertig wie die Kindertagestätten. Darum bemüht sich die Stadt Konstanz parallel zum Kita-Ausbau um den Ausbau und die weitere Qualifizierung der Kindertagespflege. Aktuell gibt es in Konstanz 85 Tagespflegepersonen die 264 Kinder betreuen, davon sind 102 Kinder zwischen einem und zwei Jahren alt.

Wie Eltern eine passende Tagespflegeperson finden, darüber wurde ebenfalls im Jugendhilfeausschuss am 5. Juli berichtet. Der erste Schritt ist dabei ein Beratungsgespräch mit dem Fachbereich Kindertagespflege beim Sozial- und Jugendamt. Hier werden die Eltern über die Formen der Qualitätssicherung, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen und die Vermittlung aufgeklärt. So werden die Tagespflegepersonen beispielsweise regelmäßig überprüft, sie müssen Führungszeugnisse vorweisen und jährlich mindestens 15 Fortbildungsstunden vorweisen können. Im Anschluss des Gespräches erhalten die Eltern Informationen über verschiedene Tagespflegepersonen, sogenannte „Betreuungsprofile", die Adressen, die Vorstellung der Tagespflegeperson und deren Erziehungsansichten enthalten.

Haben die Eltern die Tagespflegepersonen kennen gelernt und passen die Vorstellungen beider Seite zusammen, wird ein privatrechtlicher Vertrag zwischen abgeschlossen. Das Jugendamt ist hierbei kein Vertragspartner. Es steht aber während des ganzen Prozesses beratend zur Seite. Anschließend können die Eltern eine finanzielle Förderung beantragen. Die Tagespflege muss unter bestimmten Voraussetzungen nicht komplett privat bezahlt werden, es können dann, wie auch zum Elternbeitrag zum Besuch von Kindertagesstätten beim Sozial- und Jugendamt entsprechende Zuschüsse beantragt werden.



Zuletzt aktualisiert am: 11.07.2017

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