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Ein Lärmaktionsplan für die Hauptverkehrsachsen in Konstanz

Die Stadtverwaltung hat einen strategischen Plan zur Lärmminderung an Hauptverkehrsstraßen erstellt. Gemeinsam mit den Bürgern sollen in einer Veranstaltung am morgigen 5. Oktober 2017 geeignete Maßnahmen diskutiert werden.


Die Stadt Konstanz hat die Lärmbelastung an den Hauptverkehrsstraßen analysiert. Zu den Hauptverkehrsstraßen zählen Bundes- und Landesstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 8.200 Fahrzeuge pro Tag. In Konstanz sind dies die Spanierstraße und Reichenaustraße, Obere und Untere Laube, Radolfzeller Straße, Mainaustraße, Bodanstraße und der Rheinsteig. Auch Haupteisenbahnstrecken mit mindestens 82 Zügen pro Tag sind Thema des Lärmaktionsplanes. Das betrifft die Konstanzer Strecke mit Hauptaugenmerk auf den Abschnitt Hauptbahnhof bis Bahnhof Petershausen.

 

Ziel der Lärmaktionsplanung ist es, erhöhte Lärmbelastungen der verschiedenen Quellen systematisch abzubauen. Aufgrund der Analyse der Lärmbelastung durch die Hauptverkehrsstraßen und Hauptschienenwege sowie zusätzlicher Kartierungsstrecken mit hohem Verkehrsaufkommen wurden durch das Ingenieurbüro Koch Bereiche definiert, in denen vordringlich Handlungsbedarf besteht. Hierzu werden sogenannte Lärmschwerpunkte sowie Bereiche mit Lärmproblemen und verbesserungsbedürftige Situationen ausgewiesen. Für diese Bereiche werden Verminderungsstrategien aufgezeigt und Maßnahmen abgeleitet.

 

Die Vorschläge der Verwaltung: Tempo 30 und Schallschutzfenster

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten lassen sich in Konstanz innerorts nur wenige aktive Lärmschutzmaßnahmen durchführen. Die Stadt schlägt für die Lärmschwerpunkte an den am stärksten betroffenen Straßenabschnitten vor, kurzfristig Tempo-30-Bereiche einzurichten. Das betrifft in Wollmatingen die Radolfzeller Straße zwischen der Dettinger- und Riedstraße, in Allmannsdorf die Mainaustraße zwischen Staader Straße/Bettengasse und Egger Straße/Zur Allmannshöhe, in Petershausen die Spanierstraße/Reichenaustraße vom Sternenplatz bis zum Bodenseeforum und im Altstadtring den Rheinsteig, die Obere -und Untere Laube sowie die Bodanstraße. In Wollmatingen, Allmannsdorf und im Altstadtring soll die Geschwindigkeitsbegrenzung jeweils ganztägig gelten. In Petershausen hingegen soll die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgrund der überregionalen Bedeutung der B33 auf den Nachtzeitraum (22:00-06:00 Uhr) beschränkt werden.

 

Als weitere, mittel- bzw. langfristige Maßnahme wird vorgeschlagen, entlang aller Kartierungsstrecken ein Schallschutzfensterprogramm für Wohngebäude, an denen die Lärmsanierungswerte überschritten werden, aufzustellen. Außerdem soll bei anstehendem Belagswechsel geprüft werden, ob die Aufbringung eines lärmarmen Fahrbahnbelags sowie der Verbau lärmarmer Schachtabdeckungen durchgeführt werden kann.

 

Auch entlang der Bahnschiene schlägt die Stadt Maßnahmen vor - die allerdings nur im Zusammenspiel mit der Bahn zu realisieren wären. Für die am stärksten von Lärm betroffenen Bereiche in Petershausen und der Altstadt wird empfohlen, direkt an den Schienen geräuschreduzierende Abschirmungen anzubringen. Für den Stadtteil Petershausen wird außerdem empfohlen, im Kurvenbereich der Schienenstrecke Schienenschmiereinrichtungen zu installieren, um Quietschgeräusche zu minimieren. Darüber hinaus soll entlang des gesamten Schienenwegs für alle schutzbedürftigen Gebäude, an denen die Lärmsanierungswerte an Schienenwegen überschritten werden, ein Schallschutzfensterprogramm aufgestellt werden.

 

Konstanzer Maßnahmen stehen zur Diskussion

Der Entwurf zum Lärmaktionsplan für Konstanz wird am Donnerstag, den 5. Oktober 2017 um 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen vorgestellt. Interessierte Bürger können sich bei diesem Termin über die Planung informieren und Vorschläge für Lärmminderungsmaßnahmen diskutieren. Die Diskussionsergebnisse werden anschließend protokolliert und veröffentlicht.

 

Die Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgt somit nach Erstellung des Entwurfs. Zu Beginn der Offenlage ist zusätzlich eine Bürgerveranstaltung geplant. Die Mitwirkung der Öffentlichkeit stellt für die Planer eine Chance dar, wertvolle Hinweise über bestehende Lärmprobleme und mögliche Lärmminderungsmaßnahmen vor Ort von den Betroffenen zu bekommen und gleichzeitig auch die Akzeptanz der Planung zu erhöhen.

 

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie legt ein europaweit einheitliches Konzept zur Vermeidung und Verminderung von schädlichen Auswirkungen durch Umgebungslärm fest. Sie verpflichtet zur Erfassung der Lärmbelastung durch Umgebungslärm aus den wesentlichen Lärmquellen (Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen). Mit dem § 47 a-f des Bundesimmissionsschutzgesetzes und dem Erlass der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV) wurde sie in deutsches Recht umgesetzt.

 

Ein Lärmaktionsplan ist nach BImSchG ein strategisches Planwerk, um Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Lärmminderung und zum Schutz ruhiger Gebiete zu formulieren. Er hat den Status einer verbindlichen Immissionsschutzplanung. Die Stadt Konstanz hat das Stuttgarter Ingenieurbüro Koch mit der Erstellung des Lärmaktionsplans für Konstanz beauftragt. Innerhalb der Verwaltung besteht eine Arbeitsgruppe, in der die Fachbereiche Umwelt und Verkehrsplanung des ASU sowie das Tiefbauamt, Bürgeramt sowie der Omnibusbetrieb der Stadtwerke vertreten sind.



Zuletzt aktualisiert am: 04.10.2017

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