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Europäische Avantgarde um 1400

Ein besonderer Fund für Konstanz und seine Musikgeschichte sowie Wolkensteins Lieder beschließen am 19. und 20. April die musikalische Reise in die Konzilzeit


ENSEMBLE ORDO VIRTUTUM

Liturgische Musik am Münster Konstanz
Donnerstag, 19. April 2018, 20 Uhr, Konstanzer Münster, Chorgestühl

 

Wie klang es, als vor 600 Jahren liturgische Gesänge im Münster aufgeführt wurden? Prof. Dr. Stefan Johannes Morent, einer der künstlerischen Leiter des Festivals „Europäische Avantgarde um 1400", hat sich für das diesjährige Konzert seines Ensembles „Ordo Virtutum" auf eine beinahe kriminalistische Recherche begeben. Obwohl fast alle Handschriften verloren gegangen sind, war seine Suche dennoch äußerst erfolgreich: Glücklicherweise wurde auch auf der Reichenau der Hl. Pelagius geehrt. Dort haben sich Handschriften mit Gesängen für ihn und auch für den Hl. Konrad erhalten - die liturgischen Fragmente lagern heute im Konstanzer Stadtarchiv.


Hier konnte der Musikwissenschaftler Morent einen besonderen Fund machen: Ein Einzelblatt, auf dem eine mit Neumen, den Vorläufern der heutigen Noten, versehene Fassung des Hymnus „O preclara Constantia" auf den Hl. Konrad aus dem 12. Jh. erhalten ist. Diese frühe Fassung war bisher nicht bekannt.
Die Konstanzer Fragmente der Choralhandschriften bilden die Grundlage für das Konzert am Donnerstag, den 19. April. Am ersten von zwei Abenden erklingt in der Reihe „Europäische Avantgarde um 1400" Musik zur Verehrung der Konstanzer Heiligen Pelagius, Gebhard und Konrad.
Ein weiteres Highlight: Platz nehmen darf man im ansonsten selten zugänglichen Chorgestühl des Konstanzer Münsters.

ENSEMBLE SEQUENTIA

Oswald in Konstanz
Freitag, 20. April 2018, 20 Uhr, Concept Store Sankt Johann

 

Während des Konstanzer Konzils spottete der Tiroler Dichter und Sänger Oswald von Wolkenstein in seinen Liedern über die Missstände in der Stadt: Einerseits beklagt er sich über die hohen Preise, den Diebstahl und die fehlende Unterkünfte, andererseits beschreibt er einen verheerenden Besuch im Nachtlokal. Auch kommentiert er in politischen Liedern Konzil-Entscheidungen. Neben den berühmten autobiographischen Liedern Oswalds werden Instrumentalstücke basierend auf seinen Melodien aufgeführt. Am 20. April bietet das Ensemble Sequentia somit einen ganz besonderen Einblick in das Wirken Wolkensteins.


Benjamin Bagby, der Gründer des Ensembles Sequentia, gilt als einer der versiertesten und innovativsten Interpreten mittelalterlicher Musik. Seit Beginn der 1980er Jahre machte er Furore mit herausragenden Interpretationen von Liedern aus der Zeit im Mittelalter. Intensive musikwissenschaftliche Forschung verbindet Bagby mit einer faszinierenden Präsenz in seinen Konzerten, seine Performance überzeugt das Publikum durch seine immer wieder überraschende Unmittelbarkeit. In Konstanz ist Benjamin Bagby zu Gast mit Norbert Rodenkirchen. Beide erarbeitet seit einigen Jahren spezielle Programme der frühen Neuzeit für Stimme und Flöte. Norbert Rodenkirchen, Flötist und Komponist, lehrt in Köln, und ist sowohl in der Musik des Mittelalters als auch in der Neuen Musik aktiv.

FINALE DES FESTIVALS MIT MUSIK AUS DER ZEIT DES KONZILS

Zum Abschluss der Konzertreihe „Europäische Avantgarde um 1400" präsentieren die Konzilstadt Konstanz und SWR2 ein letztes Mal Musik aus der Konzilzeit. Im „Jahr der Kultur" erwarten die Konzertbesucher Lieder von Oswald von Wolkenstein und liturgische Musik, wie sie von den Sängern am Konstanzer Münster aufgeführt worden sein könnte.

 

In kostenlosen Einführungen werden, jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn, in den „Freiräumen" kurzweilig die Bezüge zum Konstanzer Konzil geschildert und Kompositionen und Ausführungspraxis erläutert.

Eintritt: Abendkasse: 20 €, ermäßigt 15 €, Vorverkauf: 16 €, ermäßigt 12 €
Vorverkauf: bis Mittwoch, 18. April an allen Vorverkauf-Stellen des Theater Konstanz



Zuletzt aktualisiert am: 17.04.2018

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