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Sonne jagt Modellboote ins Ziel

Einige Rekorde beim Solarbootrennen an der Hochschule Konstanz - 48 Schülerteams am Start


So viele Schülerteams waren noch nie mit ihren Entwicklungen auf den Campus der HTWG Hochschule Konstanz gekommen: 48 Gruppen hatten sich wochenlang auf das Solarmodellbootwettrennen Korona Minis vorbereitet. Ihre Mühe wurde belohnt. Bei uneingeschränkter Sonneneinstrahlung am Wettkampftag konnten ihre Boote ihr Können zeigen.


Der Sieger im Geschwindigkeitswettbewerb sauste in 8,23 Sekunden durch die 16 Meter lange Wasserwanne. Die „Bauer-Twins" Aaron und David Bauer vom Immanuel-Kant-Gymnasium Tuttlingen, bereits Sieger im Jahr 2017, hatten ihre Entwicklung weiter perfektioniert. 190 Gramm wog das Boot nur noch, nochmals 60 Gramm weniger als im letzten Jahr. Dazu hat unter anderem ein neuer Rumpf aus Polyethylen beigetragen, den die Schüler in einer Firma in Wurmlingen bei Tuttlingen tiefziehen lassen konnten. Messingröhrchen hatten sie durch Carbonröhrchen ersetzt. Außerdem hatten sich die Jungs dazu entschlossen, die Fläche der Solarzellen zu erhöhen. „Der überraschende Erfolg im letzten Jahr hat uns motiviert, an unserem Boot noch weiter zu arbeiten", erzählte Aaron Bauer, der inzwischen mit seinem Bruder die elfte Klasse besucht. Die Arbeit lief allerdings außerhalb des Schulunterrichts. Viel Arbeit inklusive Treffen mit ihrem Lehrer Oliver Münster hatten sie in den Ferien absolviert.

 

„Es ist jedes Jahr aufs Neue spannend, auf welche Ideen Ihr kommt!", rief Prof. Dr. Richard Leiner den Nachwuchs-Ingenieuren bei der Siegerehrung anerkennend zu. Leiner hatte den Wettbewerb ins Leben gerufen, als das erste Solarboot auf dem Bodensee - eine Entwicklung der Hochschule - sein 20-jähriges Bestehen feierte. Angelehnt an dieses Boot namens Korona heißt der Wettbewerb „Korona Minis". Dass er inzwischen weit über die Grenzen der Bodenseeregion hinaus bekannt ist, zeigte das Teilnehmerfeld: Selbst aus Freiburg, Schelklingen, Müllheim und Biberach hatten sich Teams angemeldet.

 

Bereits zum zehnten Mal nahm Lehrer Horst Pfefferle vom Graf-Zeppelin-Gymnasium Friedrichshafen teil - mit Erfolg. Der „Sonnenschwan" seiner Schülerinnen Elena Spahn und Nora Siethoff (die am Wettbewerbstag leider verhindert war) schwamm auf den ersten Platz in der Kategorie „kreative Konstruktion". „Für uns war es wichtig, einen Bezug zum See zu schaffen und deshalb griffen wir die Schwan-Tretboote mit Schaufelrädern auf", erläuterte die Schülerin der 10. Klasse. Ganz wichtig für sie: Sie wollten nur Material verwenden, das dem Kriterium Nachhaltigkeit standhält. Deshalb entschieden sie sich dafür, vor allem Kork zu verbauen. Für ihren Lehrer Horst Pfefferle hat der Solarboot-Wettbewerb gerade darin seinen Reiz: Den alternativen Energieantrieb zu nutzen, grundsätzliche Werte zu hinterfragen: „Muss wirklich alles immer schneller gehen?", fragt er. Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb gehören für ihn deshalb auch Exkursionen zu einem Plus-Energie-Haus und viele Gespräche mit den Schülern über eine nachhaltige Lebensart. Der Tipp der Siegerin an alle, die im nächsten Jahr mitmachen möchten: „Macht vor dem Wettbewerb Probefahrten und testet, ob es auch wirklich funktioniert." Denn auch in der Kategorie „kreative Konstruktion" werden nur die Boote bewertet, die es ins Ziel schaffen.

 

Besonders stark vertreten waren das Konstanzer Ellenrieder-Gymnasium mit acht Teams und die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen. „Es freut uns ganz besonders, wenn Schulen, mit denen wir eine Bildungspartnerschaft pflegen, hier stark vertreten sind", sagte Prof. Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung, in seiner Begrüßung. Vertreten waren auch die Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung schwer umsetzbar wäre. Heinz Knoll vom VDE, Frank Schädler, Leiter des Amts für Bildung und Sport der Stadt Konstanz, Barbara Kröning von Südwestmetall und Dominik Birk von den Stadtwerken Konstanz bewerteten zusammen mit Prof. Dr. Christian Schaffrin von der HTWG als Jurymitglieder die kreativen Konstruktionen.


Viel Tüftelarbeit war für alle Schülerinnen und Schüler aus der sechsten Klasse bis zur Oberstufe vorausgegangen. Jonas Bartheis von der Urspringschule Schelklingen hatte zwei Nächte mit einem ihm bis dahin unbekannten Konstruktionsprogramm gearbeitet, um besondere Schaufelarme für seinen „Krabbelmaran" zu konstruieren. Im Anschluss druckte er sie am 3D-Drucker aus. Er belegte in der Kategorie „kreative Konstruktion" den zweiten Platz.

 

Schülerinnen des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums Singen erzählten, dass sie zunächst im Internet zu Solarzellen recherchiert und unterschiedliche Modelle verglichen haben. Ihr Einsatz hat sich ausgezahlt: Das Team Qeyike (kurdisch für „Schiff") belegte in der Kategorie Geschwindigkeit den zweiten Platz.

 



Zuletzt aktualisiert am: 30.07.2018

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