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Vortrag: Friedrich Hölderlin und die Orthographie

Das Heagu-Bodensee-Seminar lädt zum ersten Vortrag im Jahr 2019 ein: Am Dienstag, den 15. Januar wird Prof. Dr. Dr. Klaus Schonauer um 18 Uhr am Alexander-von-Humboldt Gymnasiums Konstanz über Friedrich Hölderlins Lyrik referieren.


Die deutsche Einheitssprache wurde erst in Hölderlins Jahrhundert, dem 18. Jhd., einigermaßen verkehrsfähig. Hölderlin selbst wuchs im Geltungsbereich der schwäbisch-alemannischen Schriftsprache auf, welche seinerzeit neben der Hansischen, der Meißnischen (Luthers Bibelübertragung), und der Bairisch-Donauländischen eine von vier großen Sprachfamilien waren, welche im Innenverhältnis untereinander im Grunde als Fremdsprachen einzustufen waren. Die Idee der einheitlichen Normierung einer Art Nationalsprache wurde nur wenig früher als Hölderlin sozusagen geboren. Der Begriff Orthographie (Konrad Duden) entstand im Grunde erst Jahrzehnte nach Hölderlins Tod.

Die griechische Wurzel „Orthos", etwa „gerade richtig und recht" , hat in Hölderlins Jahrhundert unter anderem im Begriff „Orthopädie" einen ideengeschichtlich erkennbaren Niederschlag gefunden, seinerzeit in etwa in der Bedeutung, was Mediziner zur Frage beizutragen haben, wie Kinder „gerade richtig und recht" aufwachsen sollten. Diese Grundidee der Normierung ist ein Kernmotiv sowohl der Aufklärung als auch des sogenannten bürgerlichen Zeitalters. Die Inakzeptanz des Normativen wiederum ist auch ein wichtiges Motiv in Hölderlins Lebenswerk.

Vortrag am 15. Januar 2019 um 18 Uhr in Raum 34 des Alexander-von-Humboldt Gymnasiums Konstanz.



Zuletzt aktualisiert am: 10.01.2019

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