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Areal Great Lakes

Nach der Standortaufgabe der Firma Great Lakes (ehemals Degussa) als Hersteller chemisch –pharmazeutischer Produkte im Jahr 2003 bot sich die Chance, die angefangene Entwicklung auf dem Herosé Gelände entlang des Seerheins bis zur Neuen Rheinbrücke nach dem Leitbild einer ressourcenbewußten Stadtentwicklung fortzusetzen.


Das ehemalige Great Lakes Areal 1985 

.... und heute



Städtebaulicher Wettbewerb

Aufgrund der komplexen Nutzungsanforderungen und der besonderen Lage am Seerhein hat die Stadt Konstanz gemeinsam mit einem privaten Vorhabenträger einen begrenzt offenen städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerb für 20 teilnehmende Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten für das 5,2 ha große Areal ausgelobt. Ziel des Wettbewerbes war es, ein städtebauliches Gesamtkonzept zu entwickeln, dass sich an der begonnenen Entwicklung auf dem Herosé-Areal orientiert und den Stadtteil Petershausen wieder mit dem Seerhein verbindet. Eines der wesentlichen Ziele dabei war die Fortsetzung der auf dem Herosé-Areal begonnenen Uferpromenade mit Fuß- und Radweg und damit verbundenen die Zugänglichkeit- und Erlebbarkeit des Seerheins für die Öffentlichkeit. Das Gebiet Great Lakes ist Gewerbegebiet und sollte aufgrund der geringen Reserveflächen für Gewerbe als Gewerbegebiet für technologieorientiertes Gewerbe, Hotel und Dienstleitung entwickelt werden. Für das Nordgelände sollte eine gemischte Nutzung aus Wohnen, Einzelhandel, Büros und Parken untergebracht werden.

Wettbewerbssieger

Aus dem Wettbewerb ging die Arbeitsgemeinschaft der Büros K9 Borgards, Lösch, Piribauer und Melder+Binkert Architekten, Freiburg sowie Andreas Krause Landschaftsarchitektur, Freiburg als Sieger hervor. Ihre Arbeit sah für den südlichen Teil als Bebauungsstruktur „freie Schollen“ am Ufer vor, während auf dem nördlichen Grundstück entlang der Reichenaustraße ein geschlossener, kompakter Baukörper mit gemischten Nutzungen (Handel, Wohnen und Büros) vorgeschlagen wurde. Die geforderte Nutzungsmischung auf dem Nordgrundstück wurde durch intelligente horizontale Stapelung der Nutzungen erreicht: Im Erdgeschoss stellt ein Lebensmittelvollsortimenter die Nahversorgung auch für die umliegenden Quartiere sicher, im ersten und zweiten Obergeschoss sind die erforderlichen Stellplätze sowie weitere gewerbliche Flächen untergebracht. Darüber sind gestapelte Wohnungen in Form von Zeilen und Wohnhöfen angeordnet.


Städtebauliches Konzept des Wettbewerbssiegers 2007


Lageplan Entwicklung Great Lakes Süd


Bebauungsplan und Umsetzung

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Great Lakes Nord (Baustein 1 im Lageplan) wurde zusammen mit dem Aufstellungsbeschluss für den Süd-Bereich am 01.03.2007 gefasst. Der Bebauungsplan für den Nordbereich mit der vorgesehenen Mischnutzung aus Handel, Gewerbe und Wohnen ist anschließend in einen vorhabenenbezogenen Bebauungsplan überführt worden. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Bauherren (Gewerbepark am Seerhein GmbH) für das Nordgrundstück ein städtebaulicher Rahmenvertrag abgeschlossen, in den Vereinbarungen zu Grundstücksregelungen, zur Aufteilung der Kosten der Planung und der Herstellung (z.B. für die Umplanung des Straßenquerschnitts mit Radwegen, Linksabbiegerspur, Querungshilfe, Herstellung des Grünzuges, usw.) eingeflossen sind. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde am 19.05.2009 als Satzung beschlossen. Die Baugenehmigung für den Handels- und Wohnkomplex auf dem Nordgelände wurde 2010 erteilt, der Spatenstich erfolgte daraufhin im April 2010. Die Fertigstellung des Gebäudes und Eröffnung des Lebensmittelvollsortimenters (EDEKA) erfolgte Ende November 2011.


Great Lakes Nord und Süd mit Edeka, Centrotherm und Bürogebäude

Im Erdgeschoss mit ca. 5.600 m² Verkaufsfläche befinden sich neben dem EDEKA-Lebensmittelmarkt weitere, er-gänzende Geschäfte (Apotheke, Friseur, Drogerie, Backshop, Telekommunikation etc.).

 „Auf dem Dach" sind 48 Wohnein-heiten in Zeilenbauweise unter-gebracht und gemeinschaftlich nutzbare Wohnhöfe gruppiert, sowie 530 Stellplätze  auf 2 Parkebenen verteilt.

„Wohnen auf dem Dach“ des „Edeka-Gebäudes“ 2014
Quelle: Doser+Partner Baugesellschaft mbH


Umsetzung Great Lakes Süd

Auf dem Südgelände erfolgte die Umsetzung auf Basis des städtebaulichen Konzepts des Wettbewerbssiegers. Die Firma Doser und Partner hat die zwei Bestands- und denkmalgeschützten Gebäude, u.a. das ehemalige Laborgebäude und die ehem. Fabrikantenvilla  (Villa Bantlin) denkmalgerecht saniert und die Gebäude mit neuen Nutzungen (Büronutzung und Gastronomie) revitalisiert. Das ehemalige Laborgebäude beherbergt heute ein ca. 2000 m² großes Restaurant mit attraktiver Außenterrasse und Biergarten unter einer als Naturdenkmal geschützten Blutbuche. Das Restaurant „Brigantinus" ist seit der Eröffnung Ostern 2012 zu einem beliebten und belebten Ausflugslokal am Seerhein geworden.



Westlich anschließend hat die Basler Bauträger-und Projektentwicklungsgesellschaft Bollinger zwei Gebäude (Baustein 2 im Lageplan) errichtet:  Das siebengeschossiges Hotel  47° im 4 Sterne Bereich mit 100 Zimmern/Studios, 4 Seminarräumen, und Gastronomie, wird von der Reichenauer Ganter Hotelbetriebs GmbH, Gabriela Ganter, betrieben. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2012, das Hotel wurde im Mai 2014 eröffnet und nach dem 47.Breitengrad benannt, auf dem das Gelände liegt. 

 

 

 

 

Hotel 47° und Restaurant

 „Friedrichs" im EG

In westlicher Nachbarschaft zum Hotel wurde ein fünfgeschossiges Bürogebäude u.a. für Unternehmen aus dem Bereich Dienstleistung, Beratung und Schulungen auf rund 4.000 m² vermietbaren Flächen errichtet. Ein Großteil der Flächen ist bereits an Finanzdienstleister, Beratungsgesellschaften, Netzdienstleister und an einen Radiosender (Radio Seefunk) vermietet. Beide Gebäude sind über eine gemeinsame Tiefgarage mit ca. 100 Stellplätzen verbunden und ergänzen sich auch in ihren Nutzungen (Gastronomie).

 

 

 

 

 

 

 

Bürogebäude


Centrotherm

(Baustein 3 im Lageplan)

Im westlichen Bereich des Great Lakes Areals errichtete die Firma Centrotherm Photovoltaics AG ab Frühjahr 2010 auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses ein Technikum. Neben der Funktion als Kundenzentrum sollten an diesem Standort vor allem Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Prototypenproduktion von Solarzellen und-Modulen zusammengeführt werden. Die Planung hierfür erfolgte über eine intern ausgelobte Mehrfachbeauftragung mehrerer Architekturbüros und wurde im März und Mai 2010 im Gestaltungsbeirat beraten. Die offizielle Eröffnung des Gebäudes erfolgte im Frühjahr 2012. Im Juli 2012 hat die Centrotherm Photovoltaics AG einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und musste den Standort Anfang 2013 aufgeben.

Damit ergab sich für die Stadt Konstanz die einmalige Chance, die Verhandlungen zum Erwerb des Gebäudes aufzunehmen. Im Mai 2014 beschloss daraufhin der Gemeinderat der Stadt Konstanz, einen Anteil des Gebäudes Centrotherm in der Reichenaustraße zu erwerben. Den anderen Teil des Gebäudes erwirbt die IHK Hochrhein Bodensee als künftigen Sitz. Am 04. August konnte der Kauf des Centrotherm Gebäudes zwischen der Stadt und der Industrie- und Handelskammer Hochrhein Bodensee auf der einen Seite und der Centrotherm AG auf der anderen Seite notariell beurkundet werden. Ebenfalls beurkundet wurde der Rückkauf des Nachbargrundstücks von der Centrotherm AG durch die Stadt Konstanz.  

Der von der Stadt erworbene Gebäudeteil des Technikums soll in ein modernes, hochklassiges Tagungs- und Veranstaltungshaus umgebaut werden. Damit kann zum einen der ausgeprägte Mangel an größeren Veranstaltungsräumen in der Stadt gedeckt werden, zum anderen bietet sich hier eine große Chance für die weitere Entwicklung der Stadt Konstanz. Nach der Fertigstellung der Entwurfsplanung im Januar 2015 soll der Projektbeschluss im Gemeinderat und im Mai 2015 der Baubeginn für den Umbau des Gebäudes erfolgen. Die Fertigstellung der Veranstaltungshalle ist für März 2016 terminiert. Der Vollbetrieb des Veranstaltungshauses ist für Juli 2016 anvisiert.


Centrotherm Gebäude als zukünftiges Veranstaltungshaus


Ansprechpartner

Kristine Hanke




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