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Wohnbebauung Jakob-Burckhardt-Straße

Direkt am Hockgraben wird die WOBAK auf dem in Gelände der ehemaligen Laborgebäude der Universität 90 Wohnungen für sozialen Wohnungsbau errichten. Um zwischen dem parkartigen Grünraum des Hockgrabens und der dichten Bebauung des Sonnenbühls aus dem 70er Jahren eine möglichst gute Lösung zu erhalten, wurde von der WOBAK mit Unter-stützung der Stadt Konstanz ein Planungswettbewerb durchgeführt




„Historisches" Terrain

Auf dem Gelände entstanden 1967, als erste Betriebsstufe der Universität, außerhalb des eigentlichen Universitätsgeländes am Gießberg die Laborgebäude in der Jacob-Burckhardt-Straße 25-31. Der Campus am Gießberg entstand in der Folge in einzelnen Bauschritten. Die Konzentration universitärer Einrichtungen am Campus war Bestandteil des Reformansatzes und ist auch Gegenstand des Zukunftskonzeptes. Dementsprechend wurden auch die Labornutzungen in das neue Gebäude der Naturwissenschaften auf den Campus verlagert


Wettbewerb

Eckpunkte der Planung

Es wurden 10 Bearbeitungsteams eingeladen, die sich aus Architekten, Landschaftsarchitekten und einem Bauunternehmer zusammensetzen. Somit wurde gewährleistet, dass nicht nur gestalterische Überlegungen in den Entwurf einflossen, sondern durch das vom Bauunternehmer verlangte Festpreisangebot auch eine zuverlässige Aussage zur Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens getroffen werden konnte. Folgende Eckpunkte der Planung wurden den Bearbeitungsteams unter anderem mit auf den Weg gegeben:

•·         Für sozialen Wohnungsbau förderfähige Wohnungsgrößen

•·         Angemessene städtebauliche Dichte

•·         Gute Bezüge zum Freiraum im Hockgraben

•·         Unterbringung der PKW zu 90 % in einer Tiefgaragen

•·         Beibehalt der Wegeverbindungen im Hockgraben

Konstanzer Architekturbüro gewinnt den ersten Preis

Aus den 9 eingereichten Arbeiten ging der Entwurf des Konstanzer Architekturbüros „Braun + Müller" (mit Pro/Garten Landschaftsarchitektur, Berlin und Emil Steidle GmbH & Co. KG, Sigmaringen) als Sieger hervor.


1. Preis, Lageplan mit Darstellung der Umgebung

Das Preisgericht hält in seiner Sitzung am 19.04.2013 fest: „Die Arbeit formuliert einen kraftvollen Städtebau zwischen Stadt- und Landschaftsraum. Die weiche ortsprägende Topographie stößt auf eine klare städtebauliche Kante. Diese Spannung macht die identitätsbildende Kraft des Entwurfes aus. Diese Kante wird durch großzügige Treppenanlagen in Verlängerung der Zuwege abwechslungsreich gegliedert. Die kräftigen, leicht variierenden Kubaturen des Ensembles reagieren angemessen auf die Dominanz der bestehenden Landesbediensteten-Hochhäuser im Süden. Intern entsteht ein sinnvolles Wechselspiel zwischen zwei Wohnhöfen mit Blick in die freie Landschaft gegenüber den Eingangshöfen entlang der Jacob-Burckhardt-Straße.

Die zurückhaltenden, dennoch abwechslungsreichen Fassaden wirken hochwertig. Aufgrund der verwendeten Materialien (verputzter Massivbau mit integrierter Wärmedämmung) kann von relativ geringen Bauinstandhaltungskosten ausgegangen werden. Die Ausformulierung der Freianlagen bleibt zu schematisch, sowohl in den Erschließungshöfen als auch in den Erdgeschosszonen an der Jacob-Burckhardt-Straße. Hier wären weitergehende Aussagen wünschenswert.

Die Hauptausrichtung der Baukörper nach Süden und Westen lässt eine hohe Wohnqualität erwarten. Auch sämtliche Terrassen und Loggien sind entsprechend ausgerichtet. Bei einigen Grundrissen sind die offenen Küchen als innenliegende Elemente jedoch nicht optimal angeordnet. Die kompakten, wirtschaftlichen Treppenhäuser werden sehr gut mit Tageslicht versorgt. Eine Beeinträchtigung der Wohnungen durch den Aufzugsbetrieb wird durch die Anordnung des Aufzugs im Treppenauge vermieden. Kinderwagenabstellplätze und Wäschetrockenräume fehlen.

Die Anbindung der Tiefgarage von Westen her auf kürzestem Wege zur Jacob-Burckhardt-Straße wird begrüßt. Die Wirtschaftlichkeit der Tiefgarage überzeugt durch die Mittelerschließung und die konstruktive Übereinstimmung mit den darüber liegenden Wohnbauten. Allerdings sind zusätzliche Feuerwehrzufahrten für die nördlich liegenden Gebäudeteile notwendig, was eine partielle Ertüchtigung der TG-Decke erfordert.

Insgesamt stellt die Arbeit einen eigenständigen, prägnanten Beitrag dar, der sowohl im Städtebau als auch in der Architektur - bei leichten Schwächen - zu überzeugen vermag."

Als Besonderheit ist zu vermerken, dass sich bei Öffnung der Festpreisangebote der einzelnen Bearbeitungsteams sich der vom Preisgericht favorisierte Entwurf auch als der wirtschaftlichste herausgestellt hat.

Hohe Qualität im Teilnehmerfeld

Das Preisgericht bescheinigt dem Teilnehmerfeld insgesamt eine hohe Qualität. Es wurden vier Arbeiten prämiert. Die Preisträger lauten in absteigender Reihenfolge:

•1.    Braun + Müller, Konstanz, mit Pro/Garten Landschaftsarchitektur, Berlin und Emil Steidle GmbH & Co. KG, Sigmaringen

•2.    Andreas Rogg Architekten Konstanz, mit Gnädinger Landschaftsarchitekten, Singen und Brunner Erben AG, Kreuzlingen

•3.    Lehen drei, Stuttgart, mit lohrberg stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart und Wolfer und Goebel Bau GmbH, Stuttgart

•4.    Hähnig/Gemmeke, Tübingen, mit Stefan Fromm, Dettenhausen und Manfred Löffler Bauunternehmen GmbH, Mengen


1. Preis, Blick vom Hockgraben: „Die Arbeit formuliert einen kraftvollen Städtebau zwischen Stadt- und Landschaftsraum“

Bebauungsplan, Abbruch und Neubebauung

Durch die Änderung der Nutzung des Geländes wird ein Bebauungsplan erforderlich, der im Jahr 2013 zur Rechtskraft gebracht werden soll und auf dessen Grundlage die Baugenehmigung erteilt werden kann. Es ist dabei üblich, dass die Arbeit aufgrund vertiefter Gutachten noch überarbeitet wird. Im Bebauungsplanverfahren wird auch die Verträglichkeit der neuen Nutzung zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und geschützten Grünbestand „Hockgraben" geprüft. Der Abbruch der Laborhäuser soll ebenfalls bereits in 2013 vorbereitet werden.


1. Preis, Ansicht vom Hockgraben



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