Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Seitenfunktionen
Volltextsuche





Standort:


Inhaltsbereich

Ortsmitte Litzelstetten



„Litzelstetten - ein Dorf am Bodensee im Wandel" 

Die Ortschaft Litzelstetten entwickelte sich als Straßendorf entlang der Martin-Schleyer-Straße oberhalb des Bodensees mit Blick auf die Insel Mainau. Durch den Bau der nahegelegenen Universität Konstanz erfuhr das Dorf in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein rasantes Wachstum. Die Einwohnerzahl stieg in wenigen Jahren von ursprünglich 1.500 Einwohnern auf heute ca. 4000 Einwohner. Resultat dieser Entwicklung ist die Teilung der Ortschaft in das heutige „Oberdorf" westlich und das „Unterdorf" östlich der Martin-Schleyer-Straße die für Besucher und Touristen den ersten Eindruck des Dorfes bestimmt. Deren Zustand und Erscheinungsbild wird von der Bevölkerung als defizitär empfunden.

Litzelstetter Bürger und Verbände, die zunächst vorschlugen auf einem frei werdenden Grundstück an der Kreuzung Martin-Schleyer-Straße/Dorfwiesenweg/ Komturweg einen zentralen Dorfplatz anzulegen, haben mit ihren Vorschlägen einen Prozess angestoßen, der in einem intensiven Bürgerbeteiligungsverfahren die Grundlagen für die weitere Überplanung des Grundstücks definierte. Auf den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung aufbauend hat die Stadt Konstanz gemeinsam mit der städtischen Wohnbaugesellschaft WOBAK einen offenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil in zwei Phasen ausgelobt. In der ersten Phase haben 36 Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten teilgenommen von denen vom Preisgericht 18 für die zweite Phase zugelassen wurden.

Im Realisierungsteil sollte der Wettbewerb zu Vorschlägen für die Überbauung des besagten Grundstücks an der Martin-Schleyer-Straße zur Schaffung von Wohnraum führen. Im Ideenteil wurden Beiträge erwartet, die den im Ortschaftsrat Litzelstettens formulierten Leitsatz 'Litzelstetten - ein Dorf am Bodensee im Wandel' konkretisieren und beispielhafte Gestaltungsvorschläge zu freiraumrelevanten Themen liefern. Diese sollen in einem 'Handbuch' zusammengefasst werden und ganz konkrete Gestaltungsmöglichkeiten für unterschiedliche Themenbereiche wie z. B. Höfe, Vorgärten, Straßenräume, Einzäunungen u. ä. aufzeigen.

Der Wettbewerb stellt den Auftakt für einen längerfristig angelegten Prozess der Ortsentwicklung dar. Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft WOBAK will die Stadt im Bereich des Realisierungs- und Ideenteils einen wichtigen ersten Entwicklungsschritt vorbereiten und ein beispielhaftes Ensemble schaffen. Dieses soll Vorbildcharakter haben und weitere Maßnahmen auch in den angrenzenden halböffentlichen und privaten Bereichen nach sich ziehen.

 

Auslober

Stadt Konstanz/WOBAK städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH, Konstanz

Betreuer

Jochen Friedrichs/Renate Gauß

Amt für Stadtplanung und Umwelt, Stadt Konstanz


Preisträger

1.Preis Ideen-/Realisierungsteil

Kopperroth Architektur und Stadtumbau GbR, Berlin

bbz landschaftsarchitekten GmbH, Berlin


2.Preis Realisierungsteil/3.Preis Ideenteil

Braun und Müller Architekten BDA, Konstanz

LS Architektur Städtebau, Stuttgart


3.Preis Realisierungsteil/Anerkennung Ideenteil

Daniel Payer Architektur, Berlin

Fabrik °B Architekten, Bad Kissingen 

el:ch landschaftsarchitektur, München


Anerkennungen

Anerkennung Realisierungsteil/2.Preis Ideenteil

Kummer.Lubk.Partner Erfurt

Atelier Sonnenseite Erfurt, Stadtilm


Anerkennung/Anerkennung

Mijaa Architektur, Essen

Raummanufaktur, Darmstadt

AG 37, Darmstadt


Anerkennung Ideenteil

Rheinflügel Severin, Düsseldorf

Hermanns Landschaftsarchitektur Niederkrüchten


Anerkennung Realisierungsteil

SBA GmbH, Stuttgart


Zur Vorgeschichte des Wettbewerbs:

Initiative des Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreises

Im Sommer 2010 hat der Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreis vorgeschlagen, auf dem Grundstück Martin-Schleyer-Straße 29 einen Dorfplatz einzurichten, da die Initiatoren hier ein großes Potential für die Belebung des Litzelstetter Dorflebens sahen.

Workshop Studierender der HTWG Konstanz und des Karlsruher Instituts für Technologie

Für erste Untersuchungen hat die Stadt Konstanz die HTWG und das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) eingeladen, einen Workshop für Studierende in Litzelstetten zu veranstalten mit dem Ziel, die Potentiale des ehemaligen Straßendorfes zu prüfen und mögliche Interventionen entlang der Hauptstraße und der angrenzenden Seitenstraßen aufzuzeigen.

Klausur des Litzelstetter Ortschaftsrats

Am 14.01.2012 fand im Litzelstetter Ortschaftsrat eine Klausurtagung statt, in welcher unter anderem die Litzelstetter Ortsmitte und im Besonderen die Nutzung des Grundstücks Martin- Schleyer-Straße 29 Thema war.

Erwerb des Grundstücks durch die WOBAK

Verbunden mit der Absicht, die auf dem Grundstück bestehenden Gebäude durch Neubauten zu ersetzen, konnte die städtische Wohnbaugesellschaft nach längeren Verhandlungen in den Besitz der Grundstücke kommen. 

Bürgerbeteiligung

Für die Ortsmitte Litzelstetten wurden, als Teilprojekt der ZukunftsWerkStadt, die Litzelstetter Bürger beteiligt. Im Rahmen Beteiligungsprozesses fand ein Bürgerworkshop statt, welcher von einer Spurgruppe organisiert wurde, die sich aus 7 Litzelstetter BürgerInnen zusammensetzte, inhaltlich begleitet vom Stadt Konstanz, Amt für Stadtplanung und Umwelt, Stadt Konstanz.

Planungsziele

Auf Grund der zur Verfügung stehenden Fläche an der Martin-Schleyer-Straße besteht die Möglichkeit das Ortsbild an dieser Stelle maßgeblich zu beeinflussen. Da die Ortsmitte Litzelstettens sich nach den vorangegangenen Analysen nicht auf das Grundstück der Martin-Schleyer-Straße 29 beschränkt, soll das Ergebnis des Wettbewerbs über den eigentlichen Realisierungs- und Ideenbereich hinaus Möglichkeiten aufzeigen, wie unter Berücksichtigung auch der privaten, an den öffentlichen Raum grenzenden Freiflächen, ein eigenständiges Ortsbild erzeugt werden kann.

 


Wettbewerbsart

Da es sich bei der Aufgabe um eine komplexe Verflechtung hochbaulicher und städtebaulicher Aufgaben handelt und zudem eine Kombination von Ideen- und Realisierungsteil vorgesehen ist, soll der Wettbewerb als offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb mit Ideenteil durchgeführt werden. Besondere Kennzeichen des zweiphasigen Wettbewerbs sind:

•-       Die Referenz für die Teilnahme ist nicht eine Arbeit des Teilnehmers für irgendeinen Ort, sondern eine Lösung speziell für diesen Ort

•-       keine Zugangsbeschränkung, damit kein Ausschluss regionaler oder junger Büros,

•-       In der ersten Phase nur grundsätzliche Lösungsansätze welche durch das Preisgereicht für die zweite Phase ausgesucht werden,

•-       Lernendes Verfahren, d.h. Erkenntnisse die nach der ersten Phase gewonnen werden können in die zweite Phase einfließen und führen zu einer weiteren Optimierung

•-       Vertiefte Bearbeitung der tragfähigsten Lösungsansätze durch wenige Teilnehmer in der zweiten Phase.






Ende Inhaltsbereich