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Die Konstanzer Altstadt

Altstadt Konstanz – Stadtdenkmal vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert!
Die Altstadt Konstanz sieht zurück auf eine wechselvolle Geschichte. Die im letzten Weltkrieg unzerstört gebliebene Altstadt von Konstanz zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Stadtensembles in Baden-Württemberg.


Blick über die Dächer der Konstanzer Altstadt
Blick über die Dächer der Konstanzer Altstadt

Das Altstadtensemble ist gekennzeichnet von historisch gewachsenen vielfältigen Bauten, Freiräumen und Strukturen, die das Ergebnis verschiedener Wechselbeziehungen von geschichtlichen Ereignissen und Entwicklungen, von sozialen Zuständen und Fortschritten sowie städtebaulichen Konzepten sind. Die Altstadt von Konstanz spiegelt also auch heute noch unterschiedlichste Erfahrungen der Vergangenheit wider, und es ist deshalb unser vorrangiges Ziel, diesen überschaubaren Lebensraum mit seinem kompakten Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten zu erhalten.

Die Folge von vier Schwarzplänen zeigt die historische Stadtentwicklung von Konstanz. Dargestellt sind die Stadtgrundrisse des 10. Jhs., um 1450, 1876 und 1996.
Historische Stadtentwicklung von Konstanz im Schwarzplan

Kurzer geschichtlicher Abriss

Die Stadt entwickelt sich an der Stätte des spätantiken Constantia aus kirchlichen Keimzellen des um 600 gegründeten Bischofssitzes. Das bürgerliche Gemeinwesen etabliert sich ab dem 10. Jahrhundert. Ausgehend von den ältesten Quartieren - Bischofsburg und Niederburg - wächst die Stadt im Laufe der Jahrhunderte nach Osten und Süden. Dabei wird dem See Stück für Stück Bauland abgetrotzt. Im 15. Jahrhundert erreicht die Stadt eine Ausdehnung, die sich über ca. 400 Jahre nicht mehr ändern wird.

Von teils repräsentativen Einzelbauten aus Renaissance und Barock abgesehen, bleibt die mittelalterliche Struktur über Jahrhunderte hinweg konserviert. Das Nebeneinander von geistlichen Bezirken des Bistums und Quartieren des Bürgertums zählt zu den maßgeblichen Charakteristika der Stadt des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Umfangreichere bauliche Änderungen sind erst für das 19. Jahrhundert zu verzeichnen. Kirchen und Klöster werden abgebrochen oder umgenutzt und dabei stark verändert. Der industrielle Fortschritt führt mit dem Bau der Eisenbahn und der Neuanlage des Hafens zu modernen Verkehrsbauten, die Stadtbefestigung wird weitgehend geschleift. Das gründerzeitliche Bahnhofsviertel entsteht.

Von den Umwälzungen des 20. Jahrhunderts bleibt das historische Konstanzer Stadtzentrum indes weitgehend verschont. Insbesondere geht die Zerstörungswelle des Zweiten Weltkriegs an der Stadt völlig vorüber.

Plan der Altstadt mit farbiger Darstellung des unterschiedlichen Baualters der Häuser, Stand aus dem Jahr 1986
Baualterskartierung Altstadt, Stand 1986© Landesdenkmalamt Baden-Württemberg

Außerordentliche architektonische Qualität

Über die Zeiten hinweg ist ein Stadtbild gewachsen, das mit einer Ausdehnung von ca. 5 Hektar und mit knapp 600 Einzeldenkmalen heute eines der größten zusammenhängenden Flächendenkmale in Baden-Württemberg darstellt - ein Stadtensemble von außergewöhnlichem Wert, denn:


Konstanz war in den entscheidenden Epochen seiner Geschichte eine wirtschaftlich blühende Kommune mit zahlreichen geistlichen Stiftungen und einem wohlhabenden Bürgertum. Die baulichen Zeugnisse dieser reichen städtischen Vergangenheit sind in großem Umfang und außerordentlicher architektonischer Qualität erhalten. Die sakrale Kunst reicht bis in die karolingische Epoche zurück. Einzigartig für Baden-Württemberg ist die Fülle an spätmittelalterlichen Bürgerhäusern. Hinter jüngeren Fassaden verbergen sich häufig weigehend erhaltene Kernbauten, Holzgerüste oder Dachwerke des 13. bis 16. Jahrhunderts. Sakral- und Profanbauten aus Romanik bis Klassizismus, aber auch die altstädtischen "Neubauten" des 19. und frühen 20. Jahrhunderts machen Konstanz zu einem dreidimensionalen Lehrbuch der Architekturgeschichte.


Das Gesamtensemble "Altstadt Konstanz" ist ein städtebauliches Kunstwerk von hohem Rang. Das rhythmische Zusammenspiel von Architektur und Städtebau ist an jeder Stelle erlebbar.


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