Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Seitenfunktionen
Volltextsuche





Standort:


Inhaltsbereich

Archäologie & Bauforschung

Was wir heute über die historische Stadtentwicklung, über Alter und Struktur der einzelnen Sakral- und Profanbauten wissen, verdanken wir den eng miteinander verwobenen Disziplinen der Stadtkernarchäologie und der Bauforschung. Die seit den 1980er Jahren intensivierte Erforschung des historischen Stadtbodens belegt die antiken Wurzeln unserer Stadt, macht die unterschiedlichen städtebaulichen Wachstumsphasen deutlich, rekonstruiert den Prozess der baulichen Verdichtung der einzelnen Parzellen. Die exakte Bauaufnahme der Häuser mit ihrem konstruktiven Gefüge und ihrer Ausstattung erlaubt den Blick „hinter die Kulisse“ und legt die unterschiedlichen Bau- und Nutzungsphasen offen.


Archiv im Boden

Die denkmalgeschützte Altstadt ist zugleich auch archäologisches Denkmal gem. § 2 DSchG. Das „Archiv im Boden" birgt antike Grabstätten, Fundamente abgetragener Stadtmauern, Reste älterer, oberirdisch nicht mehr vorhandener Baustrukturen und zahlreiche Funde zu früheren Lebens- und Nutzungsformen. Archäologie findet in Konstanz dabei keinesfalls als „Lustgrabung" statt, sondern immer im Zusammenhang mit konkreten Baumaßnahmen. Sei es bei Straßenbau- oder bei Hochbaumaßnahmen - jegliche Eingriffe in den geschützten Boden der Altstadt werden durch archäologische Grabungen vorbereitet oder zumindest durch archäologische Dokumentationen begleitet. Im besten Falle erhält Archäologie dabei eine Lenkungsfunktion zur Minimierung der zerstörenden Eingriffe und zum Schutz der Denkmale im Boden. Als Worst-Case-Szenario gilt die Rettungsgrabung, welche dem dokumentierten Denkmalverlust gleichkommt.

Neugasse 19, farbige Darstellung der unterschiedlichen Bauphasen
Neugasse 19, Baualterskartierung© BAUKERN, Frank Löbbecke

Verborgene Schätze hinter Fassaden

Doch nicht nur der Stadtboden enthält „verborgene Schätze". Auch die Bauwerke der Altstadt geben ihr wahres Baualter nur selten schon auf den ersten Blick preis. Hinter oft mehrfach veränderten Fassaden verbergen sich häufig spätromanische Schlitzfenster, gotische Bohlen-Balken-Stuben oder mittelalterliche Rofendächer. Um diese verdeckten Qualitäten zu erkennen, bedarf es der wissenschaftlichen Bauforschung. Über die verformungsgerechte Bauaufnahme, das Raumbuch, die Dendrochronologie sowie restauratorische Sondagen zu Putzen und Fassungen werden im ersten Schritt Geschichte und Wertigkeit des jeweiligen Baudenkmals offengelegt. Die Erkenntnisse werden im Baualtersplan interpretierend zusammengefasst und erfahren über den daraus entwickelten Bindungsplan Relevanz für Planung und Ausführung der jeweiligen Baumaßnahme.

zeichnerische Darstellung der Instandsetzungsmaßnahmen an der Fassade des Hauses Leinerstraße 3
Leinerstraße 3, Maßnahmenkartierung Fassade© Fa. Eduard Schnell

 

 

 

Erfassen der Schäden
Darstellen der Maßnahmen 

Bei konkreten Sanierungsvorhaben wird die vorausgehende Bauforschung in der Regel durch bautechnische Untersuchungen ergänzt. Diese beziehen sich beispielsweise auf statische Mängel, Schäden an Dachkonstruktionen, Ausstattungen, Stein- oder Putzfassaden. Die erfassten Schadensbilder werden aus ihren Ursachen heraus analysiert. Technische und bauhistorische Untersuchungen gehen dabei Hand ind Hand. Auf Basis dieser Voruntersuchungen werden die konkreten Maßnahmenkonzepte abgeleitet und in Kartierungen dargestellt.

Voruntersuchungen sind wirtschaftlich sinnvoll 

Gründliche Voruntersuchungen sind Voraussetzung für eine substanzschonende Planung und Umsetzung jeglicher Maßnahme am Baudenkmal. Auf diesem Wege lässt sich die weitgehende Erhaltung der historischen Substanz mit einer zeitgemäßen Modernisierung verbinden. Eine konsequente Abfolge aus Voruntersuchung, Planung und Ausführung dient zudem der Wirtschaftlichkeit. Sie führt zur Kostensicherheit, im besten Falle sogar zur Kostenreduktion.

Wer ist zuständig?

Archäologische Grabungen bzw. Dokumentationen werden in der Regel von den zuständigen Stellen der Landesdenkmalpflege in den Regierungspräsidien Stuttgart und Freiburg beauftragt und fachlich geleitet.

Bauforschungsmaßnahmen und weitere Voruntersuchungen werden je nach Einzelfall entweder von privaten Bauherren, der Landesdenkmalpflege oder von der Unteren Denkmalschutzbehörde beauftragt. Koordiniert werden die Maßnahmen in der Regel von der Unteren Denkmalschutzbehörde in Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege.


Hier finden Sie Informationen und Beispiele zu Voruntersuchungen und zur Bauforschung zum Herunterladen

Empfehlungen für Baudokumentationen (Auszug) [PDF, 2058 kb]

Definition der Genauigkeitsstufen von Bauaufnahmen, aus: Günter Eckstein, Empfehlungen für Baudokumentationen (= Arbeitsheft 7 des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg), Stuttgart 1999


Neugasse 19, Baualterspläne [PDF, 1944 kb]

Neugasse 19, Baualterspläne


Leinerstraße 3, Steinkartierung - Schäden [PDF, 169 kb]

Leinerstraße 3, Steinkartierung - Schäden


Leinerstraße 3, Steinkartierung - bisherige Maßnahmen [PDF, 174 kb]

Leinerstraße 3, Steinkartierung - bisherige Maßnahmen


Leinerstraße 3, Steinkartierung - Maßnahmen Reinigung [PDF, 169 kb]

Leinerstraße 3, Steinkartierung - Maßnahmen Reinigung


Leinerstraße 3, Steinkartierung - Maßnahmen Stein [PDF, 169 kb]

Leinerstraße 3, Steinkartierung - Maßnahmen Stein



Ende Inhaltsbereich