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Städtebauliche Denkmalpflege

Ein Denkmal steht selten allein. Sein Erscheinungsbild wird nicht zuletzt durch seinen Standort geprägt. Die unmittelbare Umgebung von Kulturdenkmalen, das städtebauliche Ensemble, der historische Freiraum, die übergeordnete Kulturlandschaft - dies alles ist Gegenstand der städtebaulichen Denkmalpflege.


Blick auf die Dächer der Niederburg
Blick über die Dächer der eng bebauten Niederburg auf das Ensemble der Seestraße und auf die durchgrünten Quartiere von Petershausen

Beispiel Altstadt

Die gesamte Konstanzer Altstadt steht unter Ensembleschutz. Sie ist geprägt durch historische Straßen- und Platzräume und durch eine malerische Dachlandschaft - insgesamt ein mittelalterliches Stadtdenkmal von europäischem Rang, dass trotz aller Geschichtsträchtigkeit kein Museum ist. Auch die historische Stadt muss heutigen Anforderungen eines modernen Stadtzentrums gerecht werden und eine zeitgemäße Infrastruktur vorhalten. Dabei gilt es, Struktur und Charakteristik der Altstadt gestalterisch und funktional zu bewahren, öffentliche Räume zu verteidigen, die denkmalgeschützte Bausubstanz behutsam zu nutzen, Neubauten aus dem historischen Kontext und in hoher architektonischer Qualität zu entwickeln.  

Kulturzentrum am Münster

Das Kulturzentrum am Münster steht beispielhaft dafür, wie ein im ältesten Siedlungsbereich gelegenes Altstadtquartier zentralörtliche Funktionen aufzunehmen vermag. Historisch wertvolle Baudenkmale, wie Bürgerhäuser oder ehem. Domherrenhöfe, dienen seit der im Jahr 2001 abgeschlossenen Sanierung verschiedenen öffentlichen Nutzungen, welche die Einzelmaßnahmen zur erfolgreichen Quartiersrevitalisierung zusammenfassen. Neubauten und bauliche Ergänzungen fügen sich harmonisch in die historische Dachlandschaft ein.

 

Plan über Chancen und Potentiale, erstellt im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet Niederburg im Jahr 2008
Sanierungsgebiet Niederburg, vorbereitende Untersuchungen 2008, Chancen und Potentiale© Planungsgruppe 7, Stuttgart

Sanierungsgebiet Niederburg

Seit dem Jahr 2008 sind große Teile der nördlichen Altstadt als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Die Sanierungstätigkeit steht auf Grundlage eines nach den Prinzipien von städtebaulicher Denkmalpflege und erhaltender Stadterneuerung erarbeiteten Rahmenplans. Attraktivierung und Zugänglichmachung historischer Freiräume,  Stabilisierung der tradierten Quartiersfunktionen, Erhalt der Baustrukturen und behutsame Sanierung der historischen Bausubstanz stellen die maßgeblichen Ziele dar.

Blick auf Petershausen mit Musikerviertel und Sierenmoossiedlung - großbürgerliches Villenquartier und genossenschaftliche Wohnanlage
Blick auf Musikerviertel und Sierenmoossiedlung - großbürgerliches Villenquartier und genossenschaftliche Wohnanlage

Beispiel Petershausen: Musikerviertel und Sierenmoossiedlung

Gegenüber der eng bebauten und kompakten Altstadt zeigt der rechtsrheinische, seit dem mittleren 19. Jh. aus älteren Strukturen sich entwickelnde Stadtteil Petershausen heterogene Strukturen. Neben geschlossenen Blockrandbebauungen des seit der Gründerzeit entstandenen Kerns bestimmen Quartiere mit offener bzw. durchgrünter Wohnbebauung das Bild des Stadtteils.

Das Musikerviertel ist geprägt durch freistehende Stadtvillen aus Historismus und Jugendstil, umgeben von großzügigen Hausgärten. Einige dieser Hausgärten bewahren bis heute Elemente ihrer ursprünglichen Gestaltung. Haus und Garten bilden in diesen Fällen eine denkmalgeschützte Sachgesamtheit.

Die in den 1920er Jahren entstandene Sierenmoossiedlung stellt eine nach den Prinzipien der Gartenstadtbewegung gestaltete genossenschaftliche Wohnanlage dar. Die Siedlung steht als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Ein denkmalpflegerischer Rahmenplan hat die Aufgabe, die gestalterische Einheitlichkeit der Siedlung zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Bzgl. sozialer Stellung und baulicher Struktur völlig verschieden eint diese Quartiere die enge Bindung von Haus und Freiraum. Die Sicherung von historischer Baustruktur und Freiraumqualität ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Stadtplanung und städtebaulicher Denkmalpflege.

Historische Bebauung am Seeufer

Die denkmalgeschützten Villen und Landhäuser am See sind mit besonderer Sorgfalt zu behandeln. Die zugehörigen Freiräume prägen die Uferansicht und vermitteln historische Blickbeziehungen.

Bauliche Verdichtungen sind nur in Einzelfällen möglich. Eine hochwertige und sensibel auf das Umfeld reagierende Architektursprache sowie die Bewahrung der historisch gewachsenen Freiraumqualitäten stellen entscheidende Voraussetzungen für Neubauten bzw. bauliche Erweiterungen dar.

Gestaltungsbeirat als Instrument der städtebaulichen Denkmalpflege

Bei Themen der städtebaulichen Denkmalpflege kommt dem Konstanzer Gestaltungsbeirat eine wichtige Rolle zu. Das Sachverständigengremium begutachtet städtebaulich relevante Bauvorhaben auch unter dem Blickwinkel des Umgebungsschutzes der jeweilgen Baudenkmale, der Bewahrung und behutsamen Weiterentwicklung historischer Baustrukturen und der Sicherung historischer Freiräume.     


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