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Ausstellungen 2017/2018


Ernst Würtenberger. 1868 - 1934.

Ein deutscher Maler in der Schweiz

Vernissage am Freitag, den 1. Dezember, 19 Uhr

 

2. Dezember 2017 - 1. April 2018

 

 

Ernst Würtenberger wurde 1868 in Steißlingen geboren und wuchs in Emmishofen, heute Kreuzlingen, Schweiz, auf. Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. Er studierte an den Kunstakademien in München und Karlsruhe und bildete sich im Winter 1895/96 privat bei dem von ihm bewunderten Arnold Böcklin in Florenz fort.

1902 zog Würtenberger, der früh Zugang zur Literaturszene am Bodensee gefunden und sich in Konstanz und Umgebung bereits einen Namen als Porträtist gemacht hatte, nach Zürich. Hier unterrichtete er zunächst an Luise Stadlers „Kunst- und Gewerbeschule für Damen", bevor er sich als freischaffender Künstler etablierte. Würtenberger verfasste zahlreiche Aufsätze und Bücher, unter anderem über Arnold Böcklin, und trat als Reformer des modernen Holzschnitts hervor. Seine Illustrationen für Zeitschriften und Bücher bestechen durch ihre klare, kräftige Liniensprache.

Noch im Jahr seiner Übersiedlung begann sich Ernst Würtenberger in der Zürcher Kunstgesellschaft zu engagieren und war lange Zeit Mitglied der dortigen Sammlungs- und Ausstellungskommission. Wegweisende Ausstellungen wie jene über die französischen Impressionisten (1908) und Felix Vallotton (1909) wurden von ihm mitverantwortet. Würtenberger wurde zum Berater von Zürcher und Winterthurer Kunstsammlern, hatte wesentlichen Anteil an der künstlerischen Durchsetzung Ferdinand Hodlers in der Schweiz und setzte sich nachdrücklich für den Bau des Zürcher Kunsthauses ein. Von 1914 bis 1921 war er zudem Lehrer an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Den Malern Cuno Amiet, Max Buri, Ferdinand Hodler, Sigismund Righini, Ernst Georg Ruegg und Hans Sturzenegger, von denen ebenfalls Werke gezeigt werden, war er freundschaftlich verbunden.

Ernst Würtenberger avancierte in der Schweiz zu einem gefragten Porträtisten. Während seiner Zürcher Jahre, die 1921 mit seinem Wegzug nach Karlsruhe endeten, wo er an der Landeskunstschule eine Professur übernahm, schuf er mehrere hundert Bildnisse, darunter von den mit ihm befreundeten Künstlern und Literaten Ferdinand Hodler und Rudolf Koller, Hermann Hesse, Adolf Frey oder Hans Trog. Zugleich hielt er bereits verstorbene Persönlichkeiten wie Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf in eindrucksvollen Darstellungen fest. Ernst Würtenberger starb 1934 in Karlsruhe.

Die Ausstellung in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz legt den Fokus auf Ernst Würtenbergers Zürcher Jahre und sucht seine Bedeutung für die Schweizer Kunst- und Kulturszene herauszuarbeiten. Nahezu zeitgleich zur Konstanzer Schau beleuchtet das Hesse Museum Gaienhofen in einer Ausstellung Ernst Würtenbergers vielfältige Beziehungen zur literarischen Szene am Bodensee und in der Schweiz. (Der Künstler Ernst Würtenberger und die literarische Szene. 3. Dezember 2017 - 6. Mai 2018. Hesse Museum Gaienhofen. www.hesse-museum-gaienhofen.de).

 

Es erscheint ein Katalog im Nimbus-Verlag (24,80 Euro an der Museumskasse).

 

Öffentliche Führungen:

Sonntag, 17. Dezember 2017, 7. Januar, 21. Januar, 4. Februar, 18. Februar, 4. März, 18. März und  25. März 2018, jeweils 11 Uhr

Mittwoch, 13. Dezember und 27. Dezember 2017, 3. Januar, 24. Januar, 7. Februar, 28. Februar, 7. März und 28. März 2018, jeweils 15 Uhr

 

Happy Hour:

Dienstag, 12. Dezember 2017, 23. Januar, 6. Februar, 27. Februar, 13. März und 27. März 2018, jeweils 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: Tel.: +49(0)7531/900 913 oder Mail an Ursula.Benkoe@konstanz.de. Kostenbeitrag 5,- €

 

Lesung: Aus Liebe zur Kunst

Martin Henze, Barbara Stark und Anna Katharina Thaler laden Sie ein zu einer Begegnung mit dem Kunstschriftsteller Ernst Würtenberger.

Am Mittwoch, 17. Januar 2018 um 19 Uhr in den Räumen der Wessenberg-Galerie.

Um Anmeldung wird gebeten: Tel. +49(0)7531/900 913 oder Mail an Ursula.Benkoe@konstanz.de. Kostenbeitrag 5,- €

 

Kunst-Krimi-Abend

Galerieleiterin Barbara Stark stellt neue (und ältere) Kunstkrimis vor, und die Zuschauer dürfen bei einem Glas Wein raten: Wer war der Täter?

Am Mittwoch, 31. Januar um 19 Uhr in den Räumen der Wessenberg-Galerie.

Kostenbeitrag: 3,- €

 

 

 



Film zur Ausstellung "Ernst Würtenberger" von Arttv.ch [Das Kulturfernsehen im Netz]

 


Zeitreise

Von 1900 bis heute in Bilder aus der Sammlung

4. Mai bis 2. September 2018

 

Die Sammlung der Städtischen Wessenberg-Galerie umfasst circa 7000 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Aus diesem reichem Bestand zeigt die Sommerausstellung „Zeitreise!" eine Auswahl von Arbeiten aus der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart. Durch die chronologische Präsentation werden nicht nur künstlerische Wechselwirkungen deutlich, sondern tritt auch die „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" hervor. Traditionelle Salonmalerei trifft auf Werke der Avantgarde, Figuration steht neben Abstraktion, regionales Kunstschaffen behauptet sich neben überregional Bedeutsamem. Unser abwechslungsreicher Trip durch die Geschichte der Kunst eröffnet zugleich den Blick auf politische, gesellschaftliche, kulturelle oder wissenschaftliche Ereignisse. Er gibt Aufschluss über den Entstehungshintergrund der Bilder, so dass diese auch als Produkte ihrer Zeit begreifbar werden. Damit eröffnen sich spannende Assoziationsräume, die zum Weiterfragen anregen, aber auch deutlich machen: die Begegnung mit Kunst kann für Jung wie Alt immer wieder ein beglückendes sinnliches Erlebnis sein!


Das gezeichnete Leben

Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes

15. September bis 18. November 2018

 

Handzeichnungen sind die verborgenen Kostbarkeiten einer Sammlung, denn aufgrund ihrer Empfindlichkeit werden sie nur selten ausgestellt. Die Städtische Wessenberg-Galerie besitzt einen hochrangigen, international anerkannten Zeichnungsschatz, den sie dem großzügigen Vermächtnis des dänisch-jüdischen Bankiers Wilhelm Brandes (1839-1907) verdankt.

Obwohl es wenige Medien in der Kunst gibt, die so einfach wie die Zeichnung sind,

ist wohl keines besser geeignet, das Leben in all seinen Facetten zu erfassen und abzubilden. Ein Stift und ein Blatt Papier genügen, und der Weg von der Idee zur Ausführung ist kurz. Doch die Zeichnung dient nicht nur dem Entwurf, sie kann auch das Ziel sein. Während einige Künstler autonome Werke schufen, diente die Zeichnung anderen lediglich zur Vorbereitung oder Anschauung. Doch in jedem Fall fasziniert die Zeichnung durch ihre Unmittelbarkeit, denn nirgendwo wird das Spontane eines Einfalls, das Aufblitzen eines Motivs und der kreative Prozess besser sichtbar als in der Zeichnung.

Die Ausstellung „Das gezeichnete Leben" präsentiert eine Auswahl von rund 100 der schönsten und interessantesten Handzeichnungen aus der insgesamt 450 Blatt umfassenden „Brandes-Sammlung". Sie spannt den zeitlichen Bogen vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, zeigt Werke von deutschen Künstlern (u.a. Albrecht Dürer, Adolf Menzel, Max Liebermann), italienischen (Giulio Romano, G.D. Tiepolo), französischen (Claude Lorrain, Antoine Watteau) und niederländischen Meistern (Jan van Goyen, Adriaen van Ostade, Rembrandt, Jakob Isaak Ruisdael) und bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die Gattungen Genre, Landschaft, Portrait, Seestück und Stillleben.

Heinrich Schmidt-Pecht. 1854-1945

Ein Leben für die Kunst

1. Dezember 2018 bis 31. März 2019

 

Heinrich Schmidt-Pecht, 1854 in Konstanz geboren und dort 1945 gestorben, verbrachte den größten Teil seines 91jährigen Lebens in seiner Heimatstadt und stellte dieses ganz in den Dienst der Kunst. Über ein halbes Jahrhundert zählte er zu jenen Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben in der Bodenseestadt dominierten.

 

Nach einem Kunststudium übernahm Schmidt-Pecht 1880 die väterliche Druckerei, gab diese jedoch bald auf und wandte sich mit seiner Frau der Kunstkeramik zu, mit der sie internationale Erfolge feierten. Der Erste Weltkrieg zwang sie jedoch zur Einstellung des Betriebs. 1887 war Schmidt-Pecht zum Ersten Vorsitzenden des Konstanzer Kunstvereins gewählt worden, 1889 übernahm er zudem die ehrenamtliche Leitung der Wessenberg-Galerie. In dieser Doppelfunktion kam ihm großer Einfluss zu: Er hatte nicht nur maßgeblichen Anteil an der kommunalen Ausstellungspolitik, sondern sollte auch die inhaltliche Ausrichtung der Sammlung der Galerie über lange Zeit nahezu allein bestimmen.

56 Jahre stand Heinrich Schmidt-Pecht der Wessenberg-Galerie vor. Seine künstlerische Sozialisation war unter dem Eindruck von Historismus und Jugendstil erfolgt und dementsprechend setzte er auch die Schwerpunkte seiner Ankäufe. Seit seiner Studienzeit war er mit zahlreichen Künstlern bekannt, deren Werke er für die ihm anvertraute Galerie zu gewinnen suchte. Der damals modernen Kunst wie Expressionismus oder Neuen Sachlichkeit stand er weitgehend ablehnend gegenüber und erwarb nur zögernd, seit den 1920er-Jahren durch die Einrichtung einer städtischen Ankaufkommission mehr gezwungen als freiwillig, wenige Werke dieser Richtung verbundener Künstler. Auch in der Zeit des «Dritten Reiches» blieb Heinrich Schmidt-Pecht seinem konservativen Kunstgeschmack treu, setzte sich aber entschieden zur Wehr, als die Nationalsozialisten 1937 sieben Werke aus der städtischen Sammlung als «entartete Kunst» beschlagnahmten. Da das Ehepaar Schmidt-Pecht kinderlos blieb, vermachte es seine eigene Sammlung der Stadt Konstanz und sollte damit die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf der Kunst der Jahrhundertwende nochmals verstärken.

 

Unter dem Titel «Ein Leben für die Kunst» stellt die Ausstellung nicht nur Heinrich Schmidt-Pechts vielfältiges Wirken dar, sondern zeichnet auch seine Beziehungen zu Künstlern nach und erforscht erstmals der Inhalt seiner eigenen Sammlung. Eine wichtige Quelle bei dieser Annäherung sind Schmidt-Pechts Memoiren, die bisher nur als Typoskript in wenigen Exemplaren existieren und in einer kommentierten und reich bebilderten Ausgabe neu herausgegeben werden. Diese «Erinnerungen aus einem langen Leben in der Heimatstadt Konstanz» zeichnen das facettenreiche Bild eines kunstbegeisterten und engagierten, aber keineswegs unumstrittenen Mannes und lassen zugleich ein interessantes Kapitel Konstanzer Kunstgeschichte lebendig werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Ignaz Heinrich von Wessenberg

Leben, Werk, Sammlung

Kabinettausstellung im 2. OG
 

Ab 29. November 2016

 

Nach dem Tod von Bischof Karl von Dalberg am 10.2.1817 wählte das Konstanzer Domkapitel Ignaz Heinrich von Wessenberg einstimmig zum dessen Nachfolger. Rom erkannte die Wahl jedoch nicht an, da man Wessenberg für einen Schismatiker und Gegner des Papsttums hielt. Sein Bemühen, die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu entkräften und sich zu rehabilitieren, führte Wessenberg noch im Laufe des Jahres 1817 vermutlich erstmals nach Italien. Während er darauf wartete, beim Papst vorgelassen zu werden, vertrieb er sich die Zeit mit Besichtigungen und Ausflügen: Er bestieg den Vesuv und besuchte Salerno, Ischia sowie Sorrent.

Die Romreise blieb erfolglos, denn Wessenberg war nicht bereit, der Forderung des Heiligen Stuhls nachzugeben und seine Lehren und Handlungen zu widerrufen. Doch im Hinblick auf den Aufbau seiner Kunstsammlung muss dieser erste Italienaufenthalt erfolgreich gewesen sein. Die Begegnung mit den von ihm verehrten Malern der Renaissance, allen voran Raffael, entsprach Wessenbergs Vorstellung von der sittlich-didaktischen Aufgabe der Kunst. Bilder, in denen sich das Heilige mit dem Profanen mischt, lehnte er ab. Dagegen verkörperten die Figur der Maria und die Darstellung der Heiligen Familie für ihn das Ideale schlechthin.

Angesichts dieser Vorlieben begann Wessenberg mit dem Aufbau seiner Sammlung und erwarb auf seinen nachfolgenden Italienreisen zahlreiche Gemälde. Viele davon waren Kopien nach Werken großer Maler der Renaissance und des Frühbarock. Gute Kopien galten damals - anders als heute - als vollwertiger Ersatz für ein nicht erschwingliches Original. Neben dezidiert religiösen Motiven kaufte Wessenberg aber auch italianisierende Landschaftsbilder niederländischer Künstler des 17. und 18. Jahrhunderts. Maler wie Nicolaes Berchem oder Jacob Gerristz van Bemmel wussten realistische Naturschilderung mit pittoresken Versatzstücken und stimmungsvoller Atmosphäre zu verbinden. Sie bedienten damit erfolgreich eine schon damals nördlich der Alpen bestehende romantische Italiensehnsucht.

Bild: Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Hans Meid

Aquarelle aus dem Spätwerk

Kabinettausstellung im 2. Stock

 

Ab 29. November 2016

  

1910 zeigte Hans Meid erstmals seine Radierungen in einer Ausstellung. Dafür bekam er den „Villa-Romana-Preis", der mit einem halbjährigen Florenz-Aufenthalt verbunden war. In der Villa Romana traf er auf den Plastiker Karl Albiker, mit dem er seit den gemeinsamen Studientagen an der Karlsruher Akademie befreundet war. Meid und Albiker arbeiteten in der Villa Romana mit demselben Modell, der Italienerin Louisa Fratti. Sowohl Meids impressionistisch aufgefasster „Florentiner Halbakt" als auch Albikers lebendig modellierter „Kopf Louisa" beeindrucken durch ihre verhaltene Bewegtheit und körperliche Präsenz.

Neben seinem berühmten „Othello"-Zyklus radierte Meid in Florenz einige Einzelblätter wie „Sonntag in der Cascine von Florenz" und „Springbrunnen". Beide Graphiken kennzeichnet das flirrende Spiel des Lichts und die Vorliebe für eine barocke Ornamentik. Für das Springbrunnen-Blatt diente der Brunnen im Garten der Villa Romana als Vorlage. 

 

Nach diesem ersten, erfolgreichen Italienaufenthalt besuchte Hans Meid sein Sehnsuchtsland immer wieder. In den 1920er-Jahren fuhr er mindestens einmal im Jahr für einige Wochen in den Süden. Ziele waren Venedig, Rom, Neapel, aber auch Sizilien. Besonders liebte er den Gardasee mit seinen idyllischen Orten, die er in Zeichnungen und Radierungen festhielt.

Bis 1933 malte Meid auch Ölbilder. Von 1931 stammt das Gemälde „Via Dante in Padua mit der Albergo Costante". Die dazugehörige Radierung war schon 1929 entstanden. Auffallend ist das die Komposition beherrschende Dämmerlicht. Die fast menschenleere Gasse wird nur von einer einsamen Straβenlampe erhellt, die Arkadengänge liegen im Dunkeln, und die Fensterläden der Häuser sind geschlossen. Die Szenerie wirkt abweisend, fast ein wenig unheimlich, Bezüge zur Malerei des „magischen Realismus" klingen an.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Reisen in den Süden unmöglich. Ob Hans Meid nach 1945 nochmal nach Italien fuhr, ist nicht bekannt. Fest steht, dass die landschaftliche Schönheit und romantische Stimmung des Südens bis zuletzt die Phantasie des Künstlers inspirierte.

 

 


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