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Ausstellungen 2017/18


Dem See treu

Karl Einhart (1884-1967) und seine Weggefährten

Vernissage am Freitag, den 5. Mai, 19 Uhr

 

6. Mai - 27. August 2017

 

Der Konstanzer Maler Karl Einhart (1884 - 1967) hielt in seinen Gemälden und Aquarellen bevorzugt die Landschaft seiner Heimat, den Bodensee, fest. Zugleich knüpfte er ein ausgedehntes Netzwerk von künstlerischen Beziehungen rund um den See.

Seine Ausbildung absolvierte Karl Einhart in Konstanz, Gottlieben, Karlsruhe und in Berlin. Auch in Luxemburg, der Dachauer Künstlerkolonie, München und Zürich fand er Inspiration.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges - er war als Soldat vor allem in Frankreich eingesetzt - kehrte Einhart nach Konstanz zurück. Dort wurde er in zahlreichen Künstlergruppierungen aktiv. 1919 war er Gründungsmitglied der expressionistischen Vereinigung „Breidablik" und trat Anfang der 1920er-Jahre dem „Künstlerbund Bodensee" sowie der „Neuen Malergruppe am See" bei. Zusammen mit seinem Schwager, dem Luxemburger Schriftsteller Norbert Jacques, gründete Karl Einhart 1925 die Künstlervereinigung „Der Kreis", die bis 1937 bestand und rund um den Bodensee mehr als 30 Ausstellungen organisierte. Eine besonders enge Freundschaft verband ihn mit dem in den Sommern in Langenargen lebenden Hans Purrmann, der ihm zum künstlerischen Vorbild wurde. 

Gut vernetzt blieb Einhart auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch 1962 initiierte er mit Ernst Graf, Walter Matysiak, Hans Sauerbruch, Jean Paul Schmitz, Rose-Marie Schnorrenberg, Rudolf Stuckert und anderen die Deutsch-Schweizer Künstlervereinigung „Der Kleine Kreis".

Karl Einhart blieb in seiner Kunst zeitlebens dem Gegenständlichen verbunden. Er malte vor allem Landschaften, Portraits, Stillleben und Akte. In seiner Geburtsstadt gestaltete er eine Anzahl von Hauszeichen; zudem war er als Buchillustrator und Keramiker aktiv.

Anlässlich seines 50. Todestages widmet die Städtische Wessenberg-Galerie Karl Einhart eine Retrospektive. Die Schau zeigt neben den für ihn typischen Landschaften und Stillleben bisher auch weniger bekannte Aspekte seines Oeuvres auf und präsentiert zugleich Arbeiten seiner künstlerischen Freunde und Weggefährten, unter anderem von Adolf Dietrich, Hans Purrmann, Kasia von Szadurska, Rudolf Wacker und Gustav Wolf.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 10 Euro.

 

Öffentliche Führungen:

Sonntag, den 28. Mai, 11. und 25. Juni, 23. Juli, 6., 20. und 27. August, jeweils um 11 Uhr

Mittwoch, den 17. Mai, 7. und 21. Juni, 12. und 26. Juli, 9. und 23. August, jeweils um 15 Uhr

 

Happy Hour

Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéritif. Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich! Telefon +49(0)7531/900 913 oder Mail an: Ursula.Benkoe@Konstanz.de

Kostenbeitrag: 5,- €

Dienstag, den 16. Mai, 13. Juni, 27. Juni, 11. Juli, 8. August und 22. August, jeweils um 19 Uhr

 

Sonderführungen zu den Hauszeichen von Karl Einhart:

Viele Konstanzer Häuser zeigen an ihren Fassaden sogenannte Hauszeichen, bildlich umgesetzte Namen, die in früheren Zeiten anstelle von Hausnummern verwendet wurden. Auch Karl Einhart schuf seit den 1920er-Jahren einige dieser Hauszeichen sowie eine Deckenmalerei.

Wir bieten zuu den von Einhart gestalteten Wandmalereien einen Rundgang von ca. 2 Kilometern (1,5 Stunden) mit Yvonne Hildwein, Volontärin der Städtischen Museen Konstanz, an.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung erforderlich bei: Ursula Benkö, Telefon +49(0)7531/900 913 oder Mail an: ursula.benkoe@konstanz.de

Treffpunkt: Hofhalde 4, 78462 Konstanz

Termine: Mittwoch, 10. Mai, Dienstag, 6. Juni, Mittwoch 19. Juli und Mittwoch, 16. August, jeweils um 15 Uhr. Die Teilnahme ist frei.

 

Internationaler Museumstag: Am Internationalen Museumstag, 21. Mai ist der Eintritt von 10 bis 17 Uhr frei.

 

Museumsfest: Am Museumsfest, 15. Juli ist der Eintritt von 10 bis 17 Uhr frei.

 

 

 

 


Künstler in München

Impressionen aus den Jahren 1810 bis 1914

Vernissage am Donnerstag, den 7. September,  19 Uhr

 

8. September - 19. November 2017

 

München galt im 19. Jahrhundert als die Kunsthauptstadt Deutschlands. „München leuchtet" - die oft zitierte Eingangspassage von Thomas Manns Novelle „Gladius Dei" beschreibt die Stadt als von Kunst durchdrungen: „Die Kunst blüht, die Kunst ist an der Herrschaft".

 

Münchens Aufstieg zu einer der bedeutendsten Kunstmetropolen begann unter Ludwig I. von Bayern (1786 - 1868); während seiner Regentschaft entwickelte sich die Stadt im Deutschen Reich zum unbestrittenen kulturellen Zentrum. Die 1808 gegründete „Königliche Akademie der bildenden Künste" war neben der „Académie  Royale de Peinture et de Sculpture" in Paris die bedeutendste Europas. Daneben entstanden zahlreiche private Kunstschulen. Die Ausstellungen im Glaspalast zogen seit 1854 ein weltweites Publikum an, und der Kunstbetrieb entwickelte sich zu einer veritablen Industrie: Um 1860 lebten schätzungsweise zwischen 800 und 1000 Künstler in München, um 1900 waren es rund 3000!

Die Ausstellung, die bis auf wenige Ausnahmen aus Werken der Sammlung der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz zusammengestellt wurde, unternimmt einen Streifzug durch rund hundert Jahre Münchner Kunstgeschichte. Sie beginnt um 1810, als die aus Konstanz stammende Malerin Marie Ellenrieder als erste Frau an der Münchner Kunstakademie aufgenommen wurde. Wenig später entdeckten die Künstler die vor den Toren der Stadt liegenden Berge, aber auch das Dachauer Moos als Motiv. Malerfürsten wie Franz von Lenbach vertraten die Ideale der Gründerzeit; Lenbach residierte wie Franz von Stuck in einer herrschaftlichen Villa, beide Häuser sind heute Museen. Auch viele Künstler aus der Deutschschweiz wie Wilhelm Balmer, Ernst Kreidolf, Theodor Meyer-Basel oder Albert Welti zog es nach München.

 

Die bereits 1892 gegründete „Münchner Secession" rebellierte gegen den alteingesessenen Kunstbetrieb, und Zeitschriften wie „Jugend" und „Simplicissimus" trugen nicht nur zur Durchsetzung eines neuen, frischen Kunststils, dem Jugendstil bei, sondern wandten sich mit Witz und Humor auch gegen gesellschaftliche und politische Mißstände. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges markierte das Ende der Münchner Kunstvorherrschaft, dem Berlin als die neue Hauptstadt des Deutschen Reiches mittlerweile den Rang abgelaufen hatte.

 

 


Ernst Würtenberger. 1868 - 1934.

Ein deutscher Maler in der Schweiz

Vernissage am Freitag, den 1. Dezember, 19 Uhr

 

2. Dezember 2017 - 1. April 2018

 

 

Ernst Würtenberger wurde 1868 in Steißlingen geboren und wuchs in Emmishofen, heute Kreuzlingen, Schweiz, auf. Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. Er studierte an den Kunstakademien in München und Karlsruhe und bildete sich im Winter 1895/96 privat bei dem von ihm bewunderten Arnold Böcklin in Florenz fort.

1902 zog Würtenberger, der früh Zugang zur Literaturszene am Bodensee gefunden und sich in Konstanz und Umgebung bereits einen Namen als Porträtist gemacht hatte, nach Zürich. Hier unterrichtete er zunächst an Luise Stadlers „Kunst- und Gewerbeschule für Damen", bevor er sich als freischaffender Künstler etablierte. Würtenberger verfasste zahlreiche Aufsätze und Bücher, unter anderem über Arnold Böcklin, und trat als Reformer des modernen Holzschnitts hervor. Seine Illustrationen für Zeitschriften und Bücher bestechen durch ihre klare, kräftige Liniensprache.

Noch im Jahr seiner Übersiedlung begann sich Ernst Würtenberger in der Zürcher Kunstgesellschaft zu engagieren und war lange Zeit Mitglied der dortigen Sammlungs- und Ausstellungskommission. Wegweisende Ausstellungen wie jene über die französischen Impressionisten (1908) und Felix Vallotton (1909) wurden von ihm mitverantwortet. Würtenberger wurde zum Berater von Zürcher und Winterthurer Kunstsammlern, hatte wesentlichen Anteil an der künstlerischen Durchsetzung Ferdinand Hodlers in der Schweiz und setzte sich nachdrücklich für den Bau des Zürcher Kunsthauses ein. Von 1914 bis 1921 war er zudem Lehrer an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Den Malern Cuno Amiet, Max Buri, Ferdinand Hodler, Sigismund Righini, Ernst Georg Ruegg und Hans Sturzenegger, von denen ebenfalls Werke gezeigt werden, war er freundschaftlich verbunden.

Ernst Würtenberger avancierte in der Schweiz zu einem gefragten Porträtisten. Während seiner Zürcher Jahre, die 1921 mit seinem Wegzug nach Karlsruhe endeten, wo er an der Landeskunstschule eine Professur übernahm, schuf er mehrere hundert Bildnisse, darunter von den mit ihm befreundeten Künstlern und Literaten Ferdinand Hodler und Rudolf Koller, Hermann Hesse, Adolf Frey oder Hans Trog. Zugleich hielt er bereits verstorbene Persönlichkeiten wie Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf in eindrucksvollen Darstellungen fest. Ernst Würtenberger starb 1934 in Karlsruhe.

Die Ausstellung in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz legt den Fokus auf Ernst Würtenbergers Zürcher Jahre und sucht seine Bedeutung für die Schweizer Kunst- und Kulturszene herauszuarbeiten. Zeitgleich zur Konstanzer Schau beleuchtet das Hesse Museum in Gaienhofen in einer Ausstellung Ernst Würtenbergers vielfältige Beziehungen zur literarischen Szene am Bodensee und in der Schweiz.

 

Zu den Ausstellungen erscheint ein Katalog im Nimbus-Verlag (24,80 Euro an der Museumskasse).

 

 


Ignaz Heinrich von Wessenberg

Leben, Werk, Sammlung

Kabinettausstellung im 2. OG
 

Ab 29. November 2016

 

Nach dem Tod von Bischof Karl von Dalberg am 10.2.1817 wählte das Konstanzer Domkapitel Ignaz Heinrich von Wessenberg einstimmig zum dessen Nachfolger. Rom erkannte die Wahl jedoch nicht an, da man Wessenberg für einen Schismatiker und Gegner des Papsttums hielt. Sein Bemühen, die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu entkräften und sich zu rehabilitieren, führte Wessenberg noch im Laufe des Jahres 1817 vermutlich erstmals nach Italien. Während er darauf wartete, beim Papst vorgelassen zu werden, vertrieb er sich die Zeit mit Besichtigungen und Ausflügen: Er bestieg den Vesuv und besuchte Salerno, Ischia sowie Sorrent.

Die Romreise blieb erfolglos, denn Wessenberg war nicht bereit, der Forderung des Heiligen Stuhls nachzugeben und seine Lehren und Handlungen zu widerrufen. Doch im Hinblick auf den Aufbau seiner Kunstsammlung muss dieser erste Italienaufenthalt erfolgreich gewesen sein. Die Begegnung mit den von ihm verehrten Malern der Renaissance, allen voran Raffael, entsprach Wessenbergs Vorstellung von der sittlich-didaktischen Aufgabe der Kunst. Bilder, in denen sich das Heilige mit dem Profanen mischt, lehnte er ab. Dagegen verkörperten die Figur der Maria und die Darstellung der Heiligen Familie für ihn das Ideale schlechthin.

Angesichts dieser Vorlieben begann Wessenberg mit dem Aufbau seiner Sammlung und erwarb auf seinen nachfolgenden Italienreisen zahlreiche Gemälde. Viele davon waren Kopien nach Werken großer Maler der Renaissance und des Frühbarock. Gute Kopien galten damals - anders als heute - als vollwertiger Ersatz für ein nicht erschwingliches Original. Neben dezidiert religiösen Motiven kaufte Wessenberg aber auch italianisierende Landschaftsbilder niederländischer Künstler des 17. und 18. Jahrhunderts. Maler wie Nicolaes Berchem oder Jacob Gerristz van Bemmel wussten realistische Naturschilderung mit pittoresken Versatzstücken und stimmungsvoller Atmosphäre zu verbinden. Sie bedienten damit erfolgreich eine schon damals nördlich der Alpen bestehende romantische Italiensehnsucht.

Bild: Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Hans Meid

Aquarelle aus dem Spätwerk

Kabinettausstellung im 2. Stock

 

Ab 29. November 2016

  

1910 zeigte Hans Meid erstmals seine Radierungen in einer Ausstellung. Dafür bekam er den „Villa-Romana-Preis", der mit einem halbjährigen Florenz-Aufenthalt verbunden war. In der Villa Romana traf er auf den Plastiker Karl Albiker, mit dem er seit den gemeinsamen Studientagen an der Karlsruher Akademie befreundet war. Meid und Albiker arbeiteten in der Villa Romana mit demselben Modell, der Italienerin Louisa Fratti. Sowohl Meids impressionistisch aufgefasster „Florentiner Halbakt" als auch Albikers lebendig modellierter „Kopf Louisa" beeindrucken durch ihre verhaltene Bewegtheit und körperliche Präsenz.

Neben seinem berühmten „Othello"-Zyklus radierte Meid in Florenz einige Einzelblätter wie „Sonntag in der Cascine von Florenz" und „Springbrunnen". Beide Graphiken kennzeichnet das flirrende Spiel des Lichts und die Vorliebe für eine barocke Ornamentik. Für das Springbrunnen-Blatt diente der Brunnen im Garten der Villa Romana als Vorlage. 

 

Nach diesem ersten, erfolgreichen Italienaufenthalt besuchte Hans Meid sein Sehnsuchtsland immer wieder. In den 1920er-Jahren fuhr er mindestens einmal im Jahr für einige Wochen in den Süden. Ziele waren Venedig, Rom, Neapel, aber auch Sizilien. Besonders liebte er den Gardasee mit seinen idyllischen Orten, die er in Zeichnungen und Radierungen festhielt.

Bis 1933 malte Meid auch Ölbilder. Von 1931 stammt das Gemälde „Via Dante in Padua mit der Albergo Costante". Die dazugehörige Radierung war schon 1929 entstanden. Auffallend ist das die Komposition beherrschende Dämmerlicht. Die fast menschenleere Gasse wird nur von einer einsamen Straβenlampe erhellt, die Arkadengänge liegen im Dunkeln, und die Fensterläden der Häuser sind geschlossen. Die Szenerie wirkt abweisend, fast ein wenig unheimlich, Bezüge zur Malerei des „magischen Realismus" klingen an.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Reisen in den Süden unmöglich. Ob Hans Meid nach 1945 nochmal nach Italien fuhr, ist nicht bekannt. Fest steht, dass die landschaftliche Schönheit und romantische Stimmung des Südens bis zuletzt die Phantasie des Künstlers inspirierte.

 

 


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