Stiftung Stadtbild: Auszeichnung der Hussenstraße 50

Eine gelungene Sanierung trotz vieler Herausforderungen

Eine Gruppe Menschen vor einem Haus
Stiftungsvorstand Winfried Koeder, Bauleiter Manfred Ritter, Stiftungsvorstand Angela Büsing, Architekt Lars Kratzheller, Eigentümer Andreas Spaett, Gemeinderat Daniel Groß, Stiftungsrätin Ilse Friedrich und Frank Mienhardt vom städtischen Denkmalamt (v.l.) vor dem Gebäude in der Hussenstraße 50.

Die Stiftung Stadtbild e.V. prämiert vorbildliche Sanierungen denkmalgeschützter Häuser in der Altstadt. Vergangene Woche wurde das „Haus zur weißen Ilge“ in der Hussenstraße 50 ausgezeichnet. Die Stiftungsvorstände Winfried Koeder und Angela Büsing übergaben die bronzene Stiftungs-Plakette und Preisgeld an Eigentümer Andreas Spaett. Zu der Plakette gab es außerdem einen QR-Code, über den man Informationen über das historische Bauwerk und dessen Sanierung erhält.
 
Beim Haus Hussenstraße 50 handelt es sich um ein Glied in einer längeren Reihe von teils konstruktiv zusammenhängenden Fachwerkbauten an der Westseite der Hussenstraße, welche nach dendrochronologischer Untersuchung allesamt im Jahr 1314 errichtet wurden. Wie die Nachbarhäuser, so besaß auch das Gebäude mit der Hausnummer 50 ursprünglich drei Geschosse. Im 17. oder 18. Jahrhundert erfolgte eine straßenseitige Aufstockung, um 1900 schließlich eine hofseitige Aufstockung um ein Geschoss, wobei das ursprüngliche mittelalterliche Rofendach zum Teil erhalten blieb.
 
Das Haus wurde 2017 bis 2019 in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden saniert. Der Eigentümer hat in der Planungs- und Bauphase eng mit der Denkmalbehörde zusammengearbeitet. Ein umfassende Bauaufnahme schuf erstmals das Verständnis für die historische Baustruktur und die komplexe Bau- und Renovierungsgeschichte. Trotz vorbereitender Bauuntersuchungen wurden alle Beteiligten durch zahlreiche Schäden an der historischen Konstruktion immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Besonders herausfordernd waren die Ertüchtigung und Stabilisierung der tragenden Bauteile. Dabei mussten zahlreiche Bauschäden und konstruktive Mängel, welche im Zusammenhang mit den umfangreichen baulichen Veränderungen standen, beseitigt werden. Die historische Bausubstanz konnte indes weitgehend erhalten werden, das Dach erfuhr einen maßvollen Ausbau als Teil einer Maisonettewohnung unter Wahrung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bausubstanz. Architektonisch besonders ansprechend wurde der kleine Schmuckladen im Erdgeschoss gestaltet. Dem Stadtbild wurde durch die maßstäblich gestaltete Dachbelichtung in Verbindung mit dem Verlegen des Rettungsweges auf die Hausrückseite, den Einbau denkmalgerechter Holzfenster, die Restaurierung der historischen Haustür und den Einbau eines gut gestalteten Schaufensters Rechnung getragen.

Weitere Information sowie eine karte mit den bisher ausgezeichneten Gebäuden gibt es unter www.konstanz.de/stiftung-stadtbild.

(Erstellt am 28. März 2022 15:42 Uhr / geändert am 29. März 2022 02:00 Uhr)