Abfallwege (1): Restmüll

Was passiert eigentlich mit dem Konstanzer Müll?

Abfallwege

Mit dem "Müllzug" nach Weinfelden

Drei Müllfahrzeuge der Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz (EBK) sind von Montag bis Donnerstag im Stadtgebiet und den Ortsteilen unterwegs, um Restmülltonnen zu leeren. Auf dem EBK Betriebsgelände am Rande des Konstanzer Industriegebiets wird der Restmüll auf der Umladestation in orangefarbene Container gepresst. Diese Container werden in Kreuzlingen, direkt hinter der großen Zollanlage, vom Lkw auf Bahnwaggons verladen. Der sogenannte „Müllzug“ fährt zweimal wöchentlich direkt zur Kehrichtverbrennungsanlage Weinfelden. Jeden Monat werden so ungefähr 90 dieser Container mit jeweils gut 10 Tonnen Restmüll transportiert, eine unvorstellbare Menge Restmüll. 

Zwei 1.000 Grad heiße Öfen

In der Verbrennungsanlage kommt der Müll in den sogenannten Restmüllbunker. Eine Krananlage mit großem Müllgreifer verteilt ihn von dort auf zwei Ofenlinien. So landet der Konstanzer Restmüll unweigerlich in einem der beiden 1.000 Grad heißen Öfen. Die Verbrennungsöfen laufen ununterbrochen an sieben Tagen in der Woche. Damit so wenige Schadstoffe wie möglich freigesetzt werden, durchlaufen Rauch und Abgase aufwendige Filter- und Spülverfahren, bevor sie in die Atmosphäre entlassen werden.

Müll als Strom- und Wärmelieferant

Die bei der Verbrennung entstehende Energie wird schon lange bestmöglich genutzt: In Form von Strom, der neben der Kehrichtverbrennungsanlage knapp 10.000 Haushalte versorgt, und Wärme, mit der u.a. eine Papierfabrik, ein Hallenbad und eine Schule beheizt werden. Nach dem Ausbau der Kehrichtverbrennungsanlage soll auch das linksrheinische Konstanz mit Wärme versorgt werden. Darum wird die Verbrennung auch als „thermische Verwertung“ bezeichnet. 

Restmüll wird nicht nachsortiert

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben wird der Restmüll vor der Verbrennung nicht erneut sortiert. Was in der Restmülltonne landet, wird verbrannt und ist damit endgültig dem Wertstoffkreislauf entzogen. Darum ist umso wichtiger, dass nur das im Restmüll landet, was auch wirklich nicht recycelt werden kann oder soll. Der Rest-Müll steht nämlich wörtlich für den nicht wiederverwertbaren „Rest“ und nicht für den „ich weiß nicht so genau“-  bzw. „die andere Tonne ist gerade zu weit weg“-Müll.

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(Erstellt am 02. April 2025 15:43 Uhr / geändert am 02. April 2025 15:49 Uhr)